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Statistik

Babyboom in der Pandemie

2021 kamen laut ersten Zahlen mehr Kinder auf die Welt.
2021 kamen laut ersten Zahlen mehr Kinder auf die Welt.APA/dpa/Wolfram Steinberg
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Im zweiten Covid-Jahr sind laut ersten Zahlen mehr Kinder zur Welt gekommen – ist das jetzt der erwartete Babyboom?

Es war erwartet worden, aber bisher blieben die Zahlen dafür aus. Zu Beginn der Pandemie wurde ein Babyboom vorhergesagt. Doch der war zumindest 2020 nicht zu sehen. „In manchen Ländern sind die Geburtenzahlen seit Ausbruch der Pandemie regelrecht abgestürzt“, erklärte der Demograf Tomáš Sobotka vom Institut für Demografie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften noch im April 2021.

Gegen Ende 2021, also im zweiten Pandemiejahr, dürfte sich das gedreht haben. Denn: Nach einem jahrelangen Rückgang der Neugeborenenzahl (seit 2016) belegen vorläufige Zahlen für 2021 erstmals wieder eine Zunahme. So hat die Statistik Austria die Zahl der Neugeborenen der ersten drei Quartale 2021 veröffentlicht. Das Ergebnis: Es gab mit 64.442 lebend geborenen Babys um 1,5 Prozent mehr Neugeborene als im Vergleichszeitraum von 2020.

Freilich, das vierte Quartal fehlt noch. Die Zahlen werden aber erst Mitte Februar verkündet, auch weil es bis Ende Jänner noch Nachmeldungen gibt, heißt es aus der Statistik Austria. Ob sich der Trend noch umkehren kann, konnte man auf die Schnelle nicht sagen.

Zahlen müssen korrigiert werden

Doch auch der Babynahrungsmittelhersteller Nutricia Milupa Österreich geht davon aus, dass 2021 wieder mehr Kinder in Österreich auf die Welt kamen. Die Firma kontaktiert seit mehr als vier Jahren die heimischen Spitäler in Österreich und fragt nach deren Geburtenstatistik. Am Dienstag wurde eine Aussendung veröffentlicht, wonach es 2021 ein Plus von 3,12 Prozent bei den Geburten in Österreich gab. Aber Achtung, die Zahl stellte sich als falsch heraus. Wegen eines Missverständnisses bei Zählung der Geburten in Graz muss das Unternehmen die Zahl nach unten korrigieren. Wie weit nach unten stand zu Redaktionsschluss noch nicht fest.

Am sonstigen Inhalt der Aussendung und dem Geburtenzuwachs hält man allerdings fest: „Der Trend wird halten. Er wird nicht ganz so groß, aber dennoch sichtbar sein“, so eine Sprecherin von Nutricia Milupa zur „Presse“. Die Zahlen der Statistik Austria und von Nutricia Milupa sind übrigens nicht eins zu eins vergleichbar – wenn sie auch laut Nutricia Milupa seit Jahren sehr nah beieinander liegen. Denn während Milupa Geburten erhebt, zählt die Statistik Austria die Babys. Bei Nutricia Milupa werden etwa Zwillingsgeburten nur einmal gezählt, dafür werden auch Ausländerinnen einbezogen, die ihr Baby in Österreich auf die Welt brachten. Bei Spitälern an der Grenze ist das relevant. Die Statistik Austria zählt Babys von Müttern, die ihren Hauptwohnsitz in Österreich haben – selbst wenn die Babys im Ausland geboren wurden.