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Waidhofen an der Ybbs

FPÖ-Kandidat: Letztes Buch? "Muss 'Mein Kampf' gewesen sein"

Josef Gschwandegger, Kandidat bei der Gemeinderatswahl in Waidhofen an der Ybbs, sorgte mit seiner Aussage, als letztes Buch Adolf Hitlers Hetzschrift gelesen zu haben, für Aufregung. Er selbst fühlt sich falsch zitiert.

Die „Bezirksblätter" fragen ihre Interviewpartner in ihrem „Wordrap“ gerne zu ihren Freizeitaktivitäten, zu Lieblingslied, Lebensmotto oder Superkraft, wenn sie denn eine besäßen. Zu Gast waren Anfang der Woche die Kandidaten der Gemeinderatswahl in Waidhofen an der Ybbs, die am 30. Jänner ansteht. Mit einer Antwort sorgte der Kandidat der FPÖ, Josef Gschwandegger, für Aufregung.

Auf die Frage, welches Buch er zuletzt gelesen hatte, antwortete er laut dem Medienbericht mit: „Das letzte Buch, das ich gelesen habe, war 'Mein Kampf'."

Nachdem diese Aussage medial für Aufregung gesorgt und Rücktrittsaufforderungen zur Folge hatte, relativierte Gschwandegger später seine Aussagen. Er habe 'Mein Kampf' schon vor längerer Zeit gelesen. „Ich lese generell wenig, vielleicht ein Buch im Jahr“, zitieren ihn erneut die „Bezirksblätter“. Das tatsächlich letzte Buch, das er gelesen habe, sei „So sind wir" von Parteikollege Christian Hafenecker gewesen.

Versuch, mir hier einen Strick zu drehen"

"Offensichtlich will man wieder einmal eine Woche vor einer Wahl in Niederösterreich mit Dreck werfen, um von den tatsächlichen Problemen - Stichwort Corona-Chaos - der Bürger abzulenken und versucht, eine Geschichte hochzuziehen, die keine ist. Das ist, wenn auch kein neues, dafür ein umso durchschaubareres Manöver", hielt Gschwandegger dann auch am Abend in einer schriftlichen Stellungnahme fest.

"Der Versuch, mir hier einen Strick zu drehen, mag eine Woche vor einer Wahl aus der Sicht des erklärten politischen Gegners verständlich sein, ist es dennoch unrühmlich und abscheulich", führte der Freiheitliche weiter aus. Festzuhalten sei, "dass ich die unfassbaren Menschheitsverbrechen und Gräueltaten der hinter diesem Buch stehenden Ideologie zutiefst ablehne".

Außerdem würde er die Hetzschrift nicht besitzen. Zur Erklärung: Das Lesen oder Besitzen ebendieser sind in Österreich nicht verboten. Die unkommentierte Originalausgabe darf aber laut Verbotsgesetz, das NS-Wiederbetätigung verbietet, nicht verbreitet werden.

>>> Zum Bericht der „Bezirksblätter"

(red/ag)