Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Coronavirus

Wohnzimmer-Tests werden wieder erlaubt - außer in Wien

Die selbst abgenommenen Tests sollen für 24 Stunden gelten.
Die selbst abgenommenen Tests sollen für 24 Stunden gelten.Die Presse/Clemens Fabry
  • Drucken

Die selbst abgenommenen Tests müssen von einem behördlichen Datenverarbeitungssystem erfasst sein. Gelten werden sie für 24 Stunden.

Die Wohnzimmer-Tests sind wieder zurück. Das sieht die Novelle zur Schutzmaßnahmen-Verordnung vor, die am Donnerstag vom Hauptausschuss beschlossen wird. Demnach können selbst abgenommene Tests in 3-G-Bereichen (getestete, geimpfte oder genesene Personen haben Zutritt, Anm.), wie am Arbeitsplatz, wieder anerkannt werden. Einzige, schon bekannte Voraussetzung: Sie müssen von einem behördlichen Datenverarbeitungssystem erfasst sein. Gelten werden sie wie normale Antigentests 24 Stunden. Wien schert aus und lässt die Tests weiter nicht zu.

Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP), der am Mittwoch im Pressefoyer nach dem Ministerrat einen neuen Höchststand an Corona-Neuinfektionen bestätigt hat, sagte dort, man würde mit der Wiedereinführung der Selbsttests den Empfehlungen der Gecko-Kommission Folge leisten. Anders könne man die derzeitige Situation nicht bewältigen: „Die Infektionszahlen, die wir jetzt haben, würden und werden jedes PCR-Testsystem massiv fordern und wahrscheinlich auch überfordern." Die Herausforderung, plötzlich Laborkapazitäten aus dem Boden zu stampfen, sei keine österreichische, sondern eine europaweite. „Wenn uns jetzt die Möglichkeit wieder geboten wird, über Antigentests zumindest wieder Sicherheit herzustellen, soll man diese auch in Anspruch nehmen.“ Österreich teste manchmal sogar fünf bis sechs Prozent der Bevölkerung am Tag, so Vizekanzler Werner Kogler (Grüne). „Wir müssen uns darauf einstellen, dass das so nicht mehr möglich ist." Dann müsse man sich anschauen, so Kogler, „wo wir die vorhandenen PCR-Test-Kapazitäten, die immer noch mehr sind, als wo anders, sinnvoll einsetzen“ - und zwar in erster Linie bei Risikogruppen oder der kritischen Infrastruktur.

Parallel dazu werde laut Bundeskanzler Nehammer in den Ländern aber daran gearbeitet, die PCR-Teststruktur weiter auszubauen. Auch Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) bekräftigte, es gebe weiterhin die Anforderung, alles zu tun, um die PCR-Test-Kapazitäten auszubauen: „Antigentests werden dann angewendet, wenn PCR-Testergebnisse nicht funktionieren." In Vorarlberg habe man aber „gute Erfahrungen“ mit den Antigentests gemacht. Engpässe bei den Labors könnte man nicht von einem Tag auf den anderen Tag überwinden. Antigentests seien vor diesem Hintergrund besser als gar keine.

Wien zieht nicht mit, Neos sprechen von „Bankrotterklärung"

In der Bundeshauptstadt war man den als sehr unsicher geltenden Selbst-Tests schon in der Vergangenheit skeptisch gegenüber gestanden und hatte sie früh nicht anerkannt. An dieser Strategie wird sich auch nichts ändern, hieß es von einem Sprecher von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ). Wien verfügt ohnehin über das umfangreichste und best-funktionierendste PCR-Testsystem im Land.

Scharfe Kritik am Comeback der Wohnzimmer-Tests kommt von den Neos. Von einer "Bankrotterklärung" schreibt Pandemiesprecher Gerald Loacker in einer Aussendung. Eine Verordnung, die nicht aussagekräftige Tests wieder zulasse, und gleichzeitig völlig willkürliche, weil nutzlose Maßnahmen wie die Sperrstunde um 22 Uhr verlängere, zeige einmal mehr, dass die Regierung einfach keinen Plan habe.

Testchaos an Schulen bewältigt?

Immerhin hat man die PCR-Test-Abwicklung an den Schulen wieder etwas besser im Griff, nachdem es in der ersten Woche nach den Ferien in allen Bundesländern außer Wien zu massiven Problemen gekommen war. Zumindest bei dem neuen Testanbieter in Vorarlberg und Salzburg sollen die Testergebnisse pünktlich übermittelt worden sein. [>>> Mehr dazu]

Ansonsten enthält die Verordnung übrigens keine großen Neuigkeiten. Die Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte bleiben - nunmehr mindestens bis 30. Jänner - ebenso bestehen wie die Sperrstunde in der Gastronomie um 22:00.

Mitreden bei Omikron: Ist "testen, testen, testen" noch zielführend? Diskutieren Sie mit!

>>> Hier geht's zum Forum

(APA/Red.)