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Die Bilanz

Auf dem Weg in die Öko-Planwirtschaft

Getty Images
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Hausgemacht explodierende Bahnstrompreise machen Straßentransporte noch lukrativer. Die Politik reagiert darauf wie gewohnt – mit der Ankündigung staatlicher Eingriffe, die das Problem verschlimmern, statt beseitigen.

Auf ein interessantes Phänomen hat der Chef der international tätigen Güterbahngesellschaft SBB Cargo neulich in einem Zeitungsinterview hingewiesen: Der Preis für Bahnstrom steige so kräftig, dass – entgegen aller politischen Absichtsbekundungen – eine starke Rückverlagerung von Bahn-Gütertransporten auf die Straße drohe.

Nicht nur das: Weil der Preis für Bahnstrom viel schneller klettere als jener für Diesel (in Deutschland hat er sich in 12 Monaten beispielsweise verdreifacht), würden unter Güterbahnbetreibern ernsthaft Pläne gewälzt, aus Kostengründen wieder von Elektro- auf Diesellokomotiven umzusteigen. Kein kleines Problem, denn die teils staatlichen, teils privaten Konkurrenten der eingesessenen nationalen Staatsbahnen, um die es hier geht, haben im Güterverkehr schon beträchtliche Marktanteile angehäuft.

Man muss das oben Gesagte noch ein wenig relativieren: Was der Boss der SBB-Tochter befürchtet, ist natürlich keine „Rückverlagerung“, sondern eine Beschleunigung der seit vielen Jahren europaweit beobachtbaren Verlagerung auf die Straße. Ein Großteil der Transportzuwächse wurde in den vergangenen Jahrzehnten eben von Straßentransporteuren abgeschöpft. Der Marktanteil der Güterbahn ist in Europa sehr viel geringer als beispielsweise im Autoland USA. Ein Jammer, denn selbstverständlich gehören in einem idealen Verkehrssystem zumindest Transporte über größere Entfernungen auf die Bahn.