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Holocaust

Streit um Anne Franks Verräter: Man "brauchte einen Schuldigen. Es wurde ein Jude"

Ein anonymer Brief brachte eine neue Spur: Anne Frank mit zwölf Jahren, im Jänner 1941.
Ein anonymer Brief brachte eine neue Spur: Anne Frank mit zwölf Jahren, im Jänner 1941.(c) ullstein - ADN-Bildarchiv / Ullstein Bild / picturedesk.com (ullstein - ADN-Bildarchiv)
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Ein jüdischer Notar habe das Versteck Anne Franks preisgegeben, ganze Versteck-Listen seien über den Judenrat an die Nazis gegangen: Was ist dran an der brisanten neuen These? Experten streiten.

„Vor den Augen der ganzen Welt, basierend auf nichts als dünner Luft, wird ein Jude zum Verräter des ikonischen Gesichts des Holocaust gemacht“: Die Stimme des niederländischen Schriftstellers Leon de Winter ist nur eine von vielen, die in den vergangenen zwei Tagen Einspruch erhoben haben gegen die These eines neuen Buchs: Der jüdische Notar Arnold van den Bergh habe, um seine eigene Familie zu retten, das Versteck Anne Franks verraten.

Ein Ermittlerteam rund um den pensionierten FBI-Agenten Vince Pankoke, beauftragt vom niederländischen Filmemacher Thijs Bayen, hat die These aufgebracht, in deren Zentrum: ein anonymer Brief, den Annes Vater, Otto Frank, nach dem Krieg erhielt, und in dem der Name des Notars van den Bergh genannt wurde.

Van den Bergh gehörte dem von den deutschen Besatzern erzwungenen Judenrat in Amsterdam an.