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Ski-Weltcup

Blick ins Herz von Abfahrtskönigin Goggia

Sofia Goggia
Sofia GoggiaGEPA pictures
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Sofia Goggia, 30, ist in Cortina wieder die Gejagte. Die Italienerin kennt Tempo, Rückschläge – und sie hat einen Plan B.

Cortina. Als vergangenen Februar in Cortina d'Ampezzo um WM-Medaillen gefahren wurde, war Sofia Goggia nur traurige Zuseherin. Ausgerechnet eine Talabfahrt nach einer Rennabsage wurde der dominierenden Abfahrerin zum Verhängnis, ein Schienbeinkopfbruch kostete sie die Teilnahme an den Titelkämpfen in der Heimat. Trost spendete damals ein Anruf von Staatspräsident Sergio Mattarella, wie sich die 30-Jährige bei einem Treffen kurz vor Weihnachten erinnerte: „Sie ermahnten mich, in mein Herz zu schauen, vorwärts zu gehen, ungeachtet der Hindernisse auf meinem Weg, und ich glaube, ich habe es geschafft.“

Fast ein Jahr später kehrt Goggia als große Gejagte am Wochenende für Abfahrt (Samstag, 11.30) und Super-G (Sonntag, 11.45, jeweils ORF1) nach Cortina zurück. Im ersten Training auf der Tofana legte die Italienerin Bestzeit (wenn auch mit Torfehler) vor Ramona Siebenhofer vor.

Vor den Olympischen Spielen in Peking hat Goggia, die als erste Skifahrerin seit 20 Jahren bei der Eröffnung die italienische Fahne tragen wird, ihren Ruf als „Speedqueen“ bestätigt, drei von vier Abfahrten (und zwei Super-G) gewonnen – erst ein Sturz in Zauchensee stoppte ihren Lauf. Druck, das Abfahrtsgold von 2018 zu wiederholen, macht sie sich aber nicht. „Ich bin für mein eigenes Glück verantwortlich.“

Auf Ski für ihre Risikobereitschaft und Kompromisslosigkeit bekannt, hat Goggia während der Pandemie ihren Blick auch abseits der Piste geschärft. „Wenn es mal ganz dunkel wird, braucht du einen Plan B, um ruhig zu bleiben“, erklärte die Athletin aus Bergamo. In ihrem Fall war das der Einstieg in einen Landwirtschaftsbetrieb mit 2500 Freilandhühnern. Der Zugang sei derselbe wie im Sport. „Ernsthafte Arbeit ist mein Wert, aber nur mit Leidenschaft, dann geht das Herz auf.“

(swi)