Nach dem heftigen IS-Angriff auf ein Gefängnis in der syrischen Stadt al-Hasaka dauern die Gefechte weiter an. Zahlreiche geflohene Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) seien gefasst worden, sagte ein Sprecher der von Kurden angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) am Samstag. Die Zahl der Flüchtigen sei unbekannt. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, Dutzende seien auf der Flucht.
Bisher sollen mehr als 130 Flüchtige wieder gefasst worden sein. US-Truppen unterstützten den Kampf gegen die Extremisten mit Luftschlägen.
Bei dem IS-Überfall auf das Gefängnis waren der Beobachtungsstelle zufolge 89 Menschen ums Leben gekommen, darunter 56 Jihadisten. Es war einer der schwersten IS-Angriffe in Syrien in den vergangenen Jahren. Ziel war die Befreiung inhaftierter Anhänger. Al-Hasaka liegt im von syrischen Kurden kontrollierten Nordosten des Bürgerkriegslandes. Im dortigen Gefängnis sitzen nach Angaben kurdischer Medien rund 5000 IS-Anhänger. In einer in den sozialen Medien verbreiteten Erklärung bekannte sich der IS zu der Tat.
Die Terrormiliz hatte im Sommer 2014 große Gebiete im Norden und Westen des Iraks eingenommen und dort ein sogenanntes Kalifat ausgerufen. Zum Herrschaftsgebiet der Extremisten gehörten auch große Teile des benachbarten Syriens. Mit militärischer Unterstützung der USA und anderer Staaten konnten die irakischen Sicherheitskräfte die Terrormiliz zurückdrängen. In Syrien nahmen von Kurden angeführte Truppen im Frühjahr 2019 die letzte IS-Hochburg ein. Beobachter warnen vor einem Wiederaufstieg der Terrormiliz.
Kurden halten Tausende IS-Anhänger gefangen
In dem Gefängnis sitzen der kurdischen Nachrichtenagentur Hawar zufolge rund 5000 IS-Anhänger. Auch in anderen Lagern halten die Kurden noch Tausende Extremisten fest, darunter Hunderte Ausländer. Die von Kurden kontrollierten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) meldeten, die meisten Flüchtigen seien gefasst worden. Die Lage in dem Gefängnis sei unter Kontrolle, sagte ein SDF-Sprecher.
Im Irak überfielen IS-Extremisten Freitagfrüh einen Militärstützpunkt in der Provinz Diyala rund 60 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Bagdad, wie es aus Sicherheitskreisen hieß. Die Jihadisten seien danach geflohen. Es starben mindestens elf Menschen. In einer in den sozialen Medien verbreiteten Erklärung bekannte sich der IS zu der Tat.
(APA/dpa/Reuters)