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Massenmord mit deutscher Gründlichkeit

Philipp Hochmair als Heydrich (Bildmitte) - am Montag im Fernsehen.
Philipp Hochmair als Heydrich (Bildmitte) - am Montag im Fernsehen.(c) ZDF und JULIA TERJUNG
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Am Montag im Fernsehen: „Die Wannseekonferenz". Im deutschen Feuilleton wird Matti Geschonnecks Film von vielen Kritikern als Meisterwerk betrachtet. Ein im Ton beunruhigend ruhiges, kaltes Werk über den Vernichtungswillen der Nazis.

Im Deutschen gibt es ein Synonym für das absolut Böse: Auschwitz. Dort, im damals vom Deutschen Reich besetzten Teil Polens, befand sich im Zweiten Weltkrieg der größte Komplex von Konzentrationslagern der Nazis. Ihr Zweck: Die vollständige Vernichtung der Juden in Europa.
Wenn es um die bürokratische Banalität des Bösen geht, drängt sich im Deutschen ein zweiter Ortsname auf: Wannsee. In eine Villa der Sicherheitspolizei am Rande Berlins lud am 20. Jänner 1942 deren Chef Reinhard Heydrich 14 Personen zu einer Besprechung ein – Staatssekretäre, Beamte, Offiziere. Tagesordnung: Die Endlösung der Judenfrage. Der Genozid war längst beschlossene Sache, im Osten bereits voll im Gange. Es sollte nur noch geklärt werden, wie man elf Millionen Menschen effizient ermordet. Eineinhalb Stunden dauerte die Konferenz. Adolf Eichmann führte Protokoll.

Präsidenten-Lob.

Matti Geschonneck hat diese Sitzung verfilmt, am Originalschauplatz, für Constantin Television und ZDF, in Kooperation mit dem ORF; eine Starparade, mit Philipp Hochmair als Heydrich, Johannes Allmayer als Eichmann, Simon Schwarz als Unterstaatssekretär Martin Luther. Lang vor Ausstrahlung von „Die Wannseekonferenz“ (ORF2, ZDF, 24. 1., 20.15 h) begann ein Medien-Hype. Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach von einer „gelungenen Inszenierung“ der „vielleicht genauesten Adaption“ des Stoffs.