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Kitzbühel

Über den Hahnenkamm nach Peking

Podestpremiere in Kitz: Daniel Hemetsberger bezwingt die Streif – und rettet die rot-weiß-rote Skination.JFK / EXPA / picturedesk.com
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Nur ein Österreicher nahm heuer eine Gams mit nach Hause: Der leidgeprüfte Abfahrer Daniel Hemetsberger.

Kitzbühel. Seite an Seite sind sie einst Schülerrennen gefahren, haben im oberösterreichischen Landeskader trainiert. Doch dann entwickelten sich die Ski-Karrieren von Daniel Hemetsberger und Vincent Kriechmayr, beide Jahrgang 1991, sehr unterschiedlich.

Letzterer stieß nach und nach in Richtung Weltcup-Spitze vor, gewann prestigeträchtige Rennen in Wengen, Gröden oder Beaver Creek, krönte sich zum Doppel-Weltmeister und wurde der Publikumsliebling der Skination.

Hemetsberger hingegen erlitt im Lauf der Jahre vier Kreuzbandrisse. Als er erstmals im Weltcup am Start stand, war er schon 26 Jahre alt. Das war in Kitzbühel, wo nun, weitere vier Jahre später, seine lange und von vielen Rückschlägen gezeichnete Karriere wieder so richtig Fahrt aufnahm.

Mit Platz drei in der Hahnenkammabfahrt feierte Hemetsberger nicht nur das erste Weltcuppodest seiner Karriere. Er rettete beim Schweizer Streif-Doppelsieg (Beat Feuz vor Marco Odermatt) auch die Ehre der heuer ansonsten leer ausgegangenen rot-weiß-roten Skination – und er löste endgültig sein Ticket für die Olympia-Abfahrt in Peking (6. Februar).

Hemetsberger in Kitz.REUTERS

„Das ist tatsächlich unglaublich. Vor zwei Jahren habe ich mit einem Mentaltrainer und Ernährungsexperten alles umgestellt. Ich habe mir gedacht, das kann mich leistungsmäßig nach vor hauen – hat es faktisch auch“, erzählt der Mann vom Attersee. „Ich mag das Wort Arbeit ungern sagen, aber im Endeffekt ist es nichts anderes. Du musst von der Früh weg deine sieben Sachen beieinanderhaben und das Beste herausholen.“

Hemetsbergers Durchbruch auf der Streif, herausgefahren auch mit der engsten Linie zwischen Hausberg und Traverse, hatte sich angekündigt. Als Kriechmayr im Vorjahr in Cortina zweimal WM-Gold holte, war Hemetsberger immerhin schon als Ersatzmann nominiert. In diesem Winter, seiner erst zweiten Weltcupsaison, fehlten bei den Abfahrtsklassikern in Bormio und Wengen nur noch wenige Hundertstel auf das Stockerl. Das gelang nun zum Abschluss der 82. Hahnenkammrennen, vom Originalstart und mit Startnummer eins.

„Ich möchte hier einmal die Abfahrt gewinnen“, erklärte Hemetsberger. „Das ist das Nonplusultra jedes Abfahrers. Noch dazu als Österreicher.“ Fürs Erste ist Olympia der Lohn für seine Beharrlichkeit. Das erste Großereignis des 30-Jährigen. Und zurück an der Seite von Kriechmayr.


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