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Integration

Wertekurse gegen den "importierten Antisemitismus"

Oskar Deutsch und die ÖVP-Ministerinnen Karoline Edtstadler und Susanne Raab (v.l.n.r.) bei ihrem Besuch im Wertekurs.
Oskar Deutsch und die ÖVP-Ministerinnen Karoline Edtstadler und Susanne Raab (v.l.n.r.) bei ihrem Besuch im Wertekurs.(c) Die Presse/Clemens Fabry
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In einem neuen Kurs-Modul wollen Österreichischer Integrationsfonds und Israelitische Kultusgemeinschaft Asylwerber für Antisemitismus sensibilisieren. Ein Besuch.

Nur knapp streift der Stangenwald an Mikrofonen nicht an Ohren und Nasen der ein Dutzend jungen Frauen und Männer, die an diesem Nachmittag im Kursraum des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) sitzen. An ihren Tischen stehen kleine, rote Namensschilder. Jede ihrer Wortmeldungen wird von TV-Kameras und Smartphones eingefangen. Das aber bringt die Teilnehmer augenscheinlich nicht aus der Ruhe.

Auch nicht, als die Ursache für die vielen Beobachter durch die Türe tritt: Integrationsministerin Susanne Raab, Verfassungsministerin Karoline Edtstadler (beide ÖVP) und der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG), Oskar Deutsch, nehmen nun an den kleinen Tischen Platz und hören zu, als der Kursleiter, vom Besuch kaum irritiert, weiter über das „Dilemma der Juden“ referiert.

Gegen „importierten Antisemitismus“

Seit 2015 bietet der ÖIF kostenlose Werte- und Orientierungskurse in den neun Integrationszentren in den Bundesländern an. Das Integrationsgesetz schreibt sie Asylberechtigten und subsidiär Schutzberechtigten ab dem vollendeten 15. Lebensjahr gesetzlich vor. Auch Drittstaatsangehörige, die Sozialhilfe beziehen, müssen sie absolvieren. 75.000 waren das seither. Neu seit Jänner 2022 dauern die Kurse aber nicht mehr wie bisher nur acht Stunden, sondern 24 und finden an drei Tagen geblockt statt.