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AUSTRIA-HEALTH-VIRUS-LOCKDOWN
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Mitreden bei Omikron: Einfach alle Maßnahmen aufheben?

In Österreich wurde der Lockdown für Ungeimpfte aufgehoben. Andere Länder setzen deutlichere Zeichen in Richtung Paradigmenwechsel. Ist jetzt die Zeit dafür gekommen? Diskutieren Sie mit!

Das ging schnell. Seit Omikron die vorherrschende Variante ist, gibt es immer mehr Länder, die den Paradigmenwechsel einleiten. Eines der ersten war Spanien: Die Regierung unter Pedro Sánchez blieb trotz steigender Zahlen bei einem lockeren Kurs. Es sei an der Zeit, sagte der Reigerungschef, der Pandemie weniger Bedeutung beizumessen und Corona wie andere wiederkehrende Krankheiten zu betrachten. Etwa wie die Grippe. Ganz einig ist man sich im Land allerdings nicht: Experten befürchten nämlich, dass die früher so große Impfbereitschaft beeinträchtigt werden können. Mehr lesen Sie im Bericht von unserem Korrespondenten Ralph Schulze.

Auch in Israel, eigentlich bekannt für seine strengen Corona-Maßnahmen, gibt es einen Kurswechsel. Das Expertengremium empfahl diese Woche der Regierung die Abschaffung des „Grünen Passes" als Eingangsticket für das öffentliche Leben. Denn in der Omikron-Welle hat das Instrument die Wirkung verloren. Korrespondentin Mareike Enghusen weißt mehr.

Die Türkei lockerte die Maßnahmen - und Großbritannien kündigte ebenso die Aufhebung der meisten Corona-Regeln an. Für März ist sogar ein Ende der Isolation für positiv Getestete geplant.

Blicken wir nun nach Österreich: Während sich die Regierung eher zurückhalten gibt, hinterfragt so mancher Experte anlässlich der Omikron-Welle die Sinnhaftigkeit der Maßnahmen. Und nicht nur die FPÖ, sondern auch Neos-Chefin und Impfpflichtbefürworterin Beate Meinl-Reisinger forderte eine Aufhebung von 2-G, der Sperrstunde um 22 Uhr sowie ein sofortiges Ende des Lockdowns für Ungeimpfte. Im letzten Punkt hat Türkis-Grün nun eingelenkt: Kommenden Woche wird der Lockdown für Ungeimpfte aufgehoben. Begründung: Es drohe keine unmittelbare Überlastung der Intensivkapazitäten an den Spitälern.

Nicht erst seit dem Test-Chaos in einigen Bundesländern wird auch Kritik an der Teststrategie laut. Nun ließ Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) aufhorchen, als er in einem ORF-Interview, erklärte, er wolle den Menschen nicht die Erleichterung nehmen, wenn das Testergebnis negativ ausfalle. Wohl nicht nur TV-Kritikerin Heide Rampetzreiter fragt sich, ob das die hohen Kosten der Tests noch rechtfertigt.

Auch die komplizierten Quarantäneregeln sorgen bei vielen für Unverständnis. Oliver Pink bringt es in einer Glosse auf den Punkt: „Kennen Sie sich noch aus? Ja? Nein? Vielleicht?"

Und was ist eigentlich mit der Impfpflicht? Querschreiberin Gudula Walterskirchen, die in ihrer Kolumne oft Kritik am Corona-Management übt, schreibt: „Dass Österreich die generelle Impfpflicht ab 18 Jahren wirklich umgesetzt hat, verwundert viele ausländische Beobachter und Experten. Generell ist man erstaunt über den Zeitpunkt.“ Die internationalen Reaktionen auf die „Vorreiterrolle“ Österreichs in Sachen Impfpflicht seien durchwegs kritisch, viele Länder würde einen anderen Weg einschlagen. Tschechien habe etwa entsprechende Pläne schnell wieder verworfen. Immerhin würden wir ja in die endemische Phase gelangen.

Ob wir nun das Ende der Pandemie tatsächlich erreicht haben? „Presse"-Corona-Experte Köksal Baltaci ist vorsichtig optimistisch: Die Variante Omikron habe das Potenzial, die endemische Phase einzuleiten. Gewissheit gebe es aber erst im Herbst. Hier lesen Sie, warum das so ist.

Diskutieren Sie mit: Wie soll es jetzt in Österreich weiter? Wie sinnvoll sind die Maßnahmen noch? Ist jetzt die Zeit fürs „Durchrauschen“ gekommen? Was bedeutet das für die Impfpflicht? Und: Ist die Pandemie jetzt wirklich vorbei?

(sk)