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Leitartikel

Es ist Zeit für Erdoğan, das Feld zu räumen

Erdoğans Zeit als Präsident ist nicht vorbei.
Erdoğans Zeit als Präsident ist nicht vorbei.APA/AFP/HANDOUT
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Die Türkei wählt im nächsten Jahr einen neuen Präsidenten und feiert hundert Jahre Republik. Für die hehren Ziele der AKP geht es sich nicht mehr aus.

Was ist nicht alles passiert in den zwei Jahrzehnten Herrschaft von Recep Tayyip Erdoğan. Bücher, Analysen, Hochschulschriften, Dokumentationen, Kunst und Kultur müssen diese Ära noch intensiv aufarbeiten, all ihre Ziele, Visionen, dunklen Phasen und Hoffnungsmomente und all die haarsträubenden und irrwitzigen Wendungen. Freilich ist Erdoğans Zeit als Präsident nicht vorbei, auch wenn es sehr auffällig ist, wie Medien und Kommentatoren in der Türkei sich vermehrt die Frage stellen: Wer kommt danach? Wie wird die Zeit nach Erdoğan aussehen? Wird er freiwillig nach einer etwaigen Wahlniederlage gehen, oder steht ihm ein Schicksal wie jenes von Nursultan Nasarbajew bevor, dessen Statuen in Kasachstan unlängst von den Sockeln gestürzt sind?

Für den türkischen Regierungschef steht natürlich fest, dass er bis 2023, wenn die Präsidentenwahl ansteht, und darüber hinaus der „starke Mann im Staat“ bleiben wird. Aufgrund der aktuellen wirtschaftspolitischen Turbulenzen ist oft davon die Rede, dass die regierende AKP die Wahl vorverlegen könnte. Aber kein Manöver wird die symbolische Bedeutung des nächsten Jahres abschwächen können. 2023 feiert die Türkei ihr 100-Jahr-Republiksjubiläum. Die Bevölkerung wird die bewegte Geschichte ihres Landes Revue passieren lassen, und am Ende des Films wird die Frage stehen: Welche Versprechen hat Erdoğan nun eingelöst?