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Privatinsolvenzen

Lockdown zwang zur Sparsamkeit

HANDEL: EINMALIGE GESCHAeFTSOeFFUNG AN EINEM SONNTAG
Die Lockdowns verhinderten vielfach das Geldausgeben, was sich bei den Privatinsolvenzen positiv bemerkbar machte.APA/HANS PUNZ
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Die Zahl der privaten Pleiten war im Vorjahr wie 2020 deutlich unter dem Vorkrisenniveau. Gesunken ist auch die Schuldentilgung, da die Mindestquote abgeschafft wurde.

Wien. Wiener, männlich und zwischen 41 und 60 Jahre alt. So sieht – statistisch gesehen – der typische Fall eines Privatkonkurses aus, wie aus der am Dienstag veröffentlichten Statistik des Gläubigerschutzverbandes KSV für das Jahr 2021 hervorgeht. Mit 7227 Fällen lag das zweite Krisenjahr damit ungefähr auf dem ersten Jahr der Coronapandemie, als es 7300 Privatkonkurse gab. Gegenüber dem Vorkrisenniveau ist das jedoch ein deutlicher Rückgang – so waren es im Jahr 2019 noch knapp 9500 private Pleiten, die in einem Schuldenregulierungsverfahren endeten.

Dass die Zahl der Privatinsolvenzen während einer Krise zurückgeht und in guten Zeiten ansteigt, war früher nichts Ungewöhnliches. Grund dafür war die Mindestquote von zehn Prozent, die bis November 2017 von den Schuldnern erfüllt werden musste. Dass die Zahlen in der Krise nun auch ohne Mindestquote zurückgehen, erklärt Karl-Heinz Götze vom KSV mit der größeren Vorsicht der Konsumenten: „Die Leute sind eher passiv und kaufen weniger ein. Zudem gab es aufgrund der Lockdowns auch deutlich geringere Konsum- und Urlaubsmöglichkeiten als vor der Pandemie.“