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Kinder: Grüne pochen auf Betreuung, FPÖ auf Geld

Kinder Gruene pochen Betreuung
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Die Grünen freuen sich über die Ankündigung von mehr Sachleistungen für Familien. Die FPÖ befürchtet den Verlust der Wahlfreihei zwischen Beruf und Babypause.

Weiter Streit um die Familienpolitik in Österreich: Während die Grünen auf einen weiteren Ausbau der Kinderbetreuung pochen, befürchtet die FPÖ, dass durch eine Umschichtung von Geld- zu Sachleistungen die Wahlfreiheit zwischen Beruf und Babypause verloren gehe.

Die Grünen zeigen sich über die Ankündigung von Wirtschafts- und Familienminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP), wonach es künftig mehr Sachleistungen geben solle, erfreut. Familiensprecherin Daniela Musiol fordert aber, den Bundeszuschuss für den Ausbau der Kinderbetreuung zu verlängern. Dieser finde sich derzeit nicht im Budget. Wenn das so bleibe, drohe Platzmangel.

Die Freiheitlichen fordern dagegen erneut ein Steuersplitting und die Inflationsanpassung der Familienleistungen. Durch die Umschichtung von Geld- zu Sachleistungen gehe die Wahlfreiheit in den Beruf und einer längeren Babypause verloren, erläutert FP-Frauensprecherin Anneliese Kitzmüller: "Die jungen Mütter stehen dann unter dem finanziellen Druck, schnell wieder in den Arbeitsmarkt zurückkehren zu müssen."

Experte für Betreuungseinrichtungen

Bevölkerungsexperte Rainer Münz sprach sich im Presse.com-Interview vehement für einen Ausbau der Kinderbetreuung aus. Mehr Geld im Sinne von Familienunterstützung führe nicht automatisch zu mehr Kindern, so Münz. Wenn man speziell höher gebildete dazu animieren wolle, Kinder zu bekommen, müsse der Staat ausreichend Betreuungseinrichtungen zur Verfügung stellen.

Geld vs. Sachleistungen

Österreich investiert derzeit den Großteil der staatlichen Familienförderung in direkte Geldleistungen wie die Familienbeihilfe. Nur ein Bruchteil fließt in Sachleistungen (etwa Krippen und Kindergärten). Laut Wirtschaftsforschungsinstitut flossen 2008 nur 12,4 Prozent der Ausgaben für Familien in Sachleistungen. Die Folge sind eine entsprechend geringe Betreuungsquote der Kinder und weit verbreitete Teilzeitarbeit der Frauen.

(APA/Red.)