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Interview

Firtasch: "Neutralität ist der einzig richtige Weg für die Ukraine"

Die Presse/Clemens Fabry
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Der ukrainische Oligarch Dmitri Firtasch will das Volk in einem Referendum über einen Nato-Beitritt entscheiden lassen und warnt vor einer russischen Annexion des Donbass. Mit einem Krieg rechnet er nicht.

Seit acht Jahren sitzt der ukrainische Oligarch Dmitri Firtasch (56) in seinem goldenen Wiener Käfig fest. Er kann nicht reisen. Gegen ihn ist ein US-Haftbefehl aufrecht. Als Kaution hat er 125 Millionen Euro hinterlegt. Immer noch bekämpft der Multimilliardär mit allen rechtlichen Mitteln seine Auslieferung in die USA.
Die Staatsanwaltschaft in Chicago wirft ihm vor, sich 2006 zu einer Bestechung indischer Beamter für Titan-Konzessionen verabredet zu haben. Von einem Innenstadtpalais aus steuert Firtasch sein Imperium, seine TV-Sender, seine Geschäfte mit Gas, Dünger und Titan. Den Zenit seiner politischen Macht hat der umstrittene Geschäftsmann 2014 nach dem Fall von Präsident Janukowitsch überschritten. Doch er ist immer noch gut verdrahtet nach Kiew – vermutlich auch nach Moskau.


Die Presse: Russland hat mehr als 100.000 Soldaten an der Grenze zur Ukraine zusammengezogen. Rechnen Sie mit einem Krieg?

Dmitri Firtasch: Ich bin kein Hellseher, aber ich persönlich glaube nicht, dass es zu einem Krieg kommt. Denn ich sehe keinen einzigen Grund, warum Russland diesen Krieg wollen sollte.


Warum hat Russlands Präsident Putin dann so viele Truppen aufmarschieren lassen?