Die Scheinheiligkeit des IOC: Über Menschenrechtsverletzungen schweigen, aber Olympia in China zur pompösen Eröffnungsfeier als „Symbol von Frieden und Einheit“ nennen.
Olympia ist wie immer auch ein scheinheiliges Spiel. Es ist ein Stelldichein der Doppelmoral, nebst dem (frommen) Gedanken des Dabeiseins und des völkerverbindenden Charakters läuft für das International Olympische Komitee freilich der Geschäftssinn stets einher. Sponsoren, TV-Stationen und Gastgeber, in diesem Fall China, dürfen nicht brüskiert werden. Also wird bei heiklen Fragen, aktuell betrifft es Menschenrechtsverletzungen, Chinas Umgang mit Uiguren und Tibetern, Hongkong, Medien- wie Meinungsfreiheit oder Nachhaltigkeit wie Umweltthemen, die Diplomatie der Stille bevorzugt.
Nur, das vermittelt eigentlich ein vollkommen falsches, wenn nicht sogar irritierendes Bild. Glaubwürdigkeit mutet unbestritten anders an, obgleich der Ansatz, dass politische Themen nicht auf der Bühne des Sports ausgetragen werden sollten, auch seine Berechtigung genießt. Nur partout alle Fragen dazu provokant abzublocken, so wie es IOC-Präsident Thomas Bach getan hat, ruft doch bloß noch mehr Skepsis gegenüber den Olympia-Machern hervor.