Was macht Corona mit Kindern? Soll man Schulen schließen oder offen lassen? Und wieso muss man nach zwei Jahren Pandemie noch erklären, dass Masken keine Infektionen verursachen? Viele Fragen, nicht auf alle fand Corinna Milborn eine Antwort.
Die Kernfrage in der Debatte um Corona und Kinder war lange: Soll man Schulen und Kindergärten schließen und damit riskieren, dass psychische Erkrankungen vor allem bei den Jugendlichen noch stärker zunehmen? Oder soll man sie offen lassen, mit dem Risiko von vielen Erkrankungen und Long Covid? Momentan stellt sich diese Frage nicht mehr, die Durchseuchung ist in vollem Gange. Allein in der vergangenen Woche habe sich im Schnitt jedes zwanzigste Kind angesteckt, wurde Corinna Milborn am Donnerstagabend auf Puls 4 nicht müde zu betonen. Rund zwei Stunden führte sie durch ein „Spezial" unter dem Titel „Generation Corona – Wie die Pandemie unsere Kinder krank macht“.
In mehreren Gesprächsrunden näherte sich der Sender dem Themenkomplex – wobei der Privatsender mit dem „Worst Case“ anfing: Zwei Mädchen, die an Long Covid erkrankt sind. „Ich konnte von März bis Juni nicht gehen, weil mir so schwindelig war“, erzählte die achtjährige Sophie. Das ist beklemmend, vor allem, weil man noch nicht weiß, ob nach Omikron ebenso häufig Long-Covid-Fälle auftauchen wie nach der Ursprungsvariante oder Delta. „Wenn man sich überlegt, dass Corona bei weitem nicht das erste Virus war, das so etwas auslöst, warum sollte es bei Omikron anders sein?“, antwortete der Neurologe Michael Stingl völlig nüchtern. „Man muss aufpassen, dass man nicht Panikmache betreibt – gerade in dieser stressigen Zeit“, warnte Anna Maria Cavini, ärztliche Leiterin der Kinder-Reha „Kokon“ in Bad Erlach. Bei den meisten Kindern trete nach drei Monaten eine deutliche Besserung ein.