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Kommentar

Stoppt die Impflotterie!

Kanzler Karl Nehammer (ÖVP), Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne): Sie sollten die Chance nutzen und den Spuk beenden.
Kanzler Karl Nehammer (ÖVP), Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne): Sie sollten die Chance nutzen und den Spuk beenden.APA/HANS PUNZ
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Jetzt hätte die Regierung die Chance, ohne gröberen Gesichtsverlust auszusteigen.

Der ORF kann oder will nicht den Handlanger der Regierung bei der Durchführung der Impflotterie spielen. Anstatt jetzt nach Alternativen zu suchen, sollte die Koalition die Chance nützen und den Spuk beenden. Eine Impflotterie oder andere finanzielle Anreize, sich immunisieren zu lassen, wären vielleicht vergangenes Jahr im Frühsommer sinnvoll gewesen, als erstmals genügend Impfstoff zur Verfügung stand.

Inzwischen sind die Fronten geklärt: Der überwiegende Teil der Bevölkerung hat sich impfen lassen, sehr viele werden das unter gar keinen Umständen machen, daran ändern Impfpflicht und Lotterie nichts. Es sind nur noch ein paar Prozent der Bevölkerung, die man eventuell überzeugen könnte. Und dafür will man eine Milliarde Euro ausschütten – und zwar an alle, nicht nur an die paar Prozent? Ein größerer Unsinn ist schwer vorstellbar. Den sollte man stoppen. Jetzt geht das auch ohne Gesichtsverlust.

Und weil schon diskutiert wird, wie man die Milliarde besser nutzen könnte, auch hier eine klare Antwort: Gar nicht. Die Mittel für die Impflotterie sind nämlich nicht vorhanden, das Land müsste sich dafür weiter verschulden. Und das wurde in der „Koste es, was es wolle"-Phase ohnehin schon ausreichend gemacht.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.02.2022)