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Interview

Hilfe! Wer rettet die Kulturschätze?

Die eingestürzte Kirche San Salvatore im mittelitalienischen Dorf Campi nach dem Beben 2016.
Die eingestürzte Kirche San Salvatore im mittelitalienischen Dorf Campi nach dem Beben 2016.Reuters/Remo Casilli
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Der Klimawandel bedroht kulturelles Erbe. Es brauche Notfallpläne, bevor etwas passiert, sagt Anna Kaiser vom Zentrum für Kulturgüterschutz der Donau-Uni Krems.

Die Presse: Mein Krems-Bild prägen persönliche Eindrücke wie nach Starkregen überflutete Straßen, die gesperrt werden müssen, Hochwassermarkierungen an den Häusern usw. Hat die geografische Lage mitgespielt, warum das Zentrum für Kulturgüterschutz hier entstanden ist?

Anna Kaiser: Es dürfte schon einen Einfluss gehabt haben, dass man in Krems immer mit Naturkatastrophen zu kämpfen hatte. Dass das Zentrum für Kulturgüterschutz 2015 an der Donau-Uni gegründet wurde, hängt aber vor allem damit zusammen, dass man am Department für Bauen und Umwelt den damals schon bestehenden Unesco-Forschungsschwerpunkt für baukulturelles Erbe um aktuelle Themen ergänzen wollte. Denken Sie etwa an die – gewollten – Zerstörungen von Kulturgütern ab den 2000er-Jahren, die 2015 eklatant in der Zerstörung der Tempelanlage von Palmyra gegipfelt haben.

Welche Ziele verfolgt man am Zentrum?

Wir betrachten Kulturgüterschutz möglichst breit, nicht nur auf den militärischen Aspekt fokussierend. Dort ist das Wort Kulturgüterschutz verankert, über die Haager Konvention von 1954 zum Schutz von Kulturgut in bewaffneten Konflikten. Wir versuchen, Kulturgüter vor allen Gefahren zu schützen, also auch Naturkatastrophen oder täglicher Vernachlässigung, Verfall.