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Chefposten

Top-Ökonom Lars Feld sagt IHS ab

Der deutsche Top-Ökonom Lars Feld.(c) imago images / Christian Ditsch (Christian-Ditsch.de via www.imago-images.de)
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Nach langem Hin und Her gab Feld am Freitagabend bekannt, den angebotenen Chefposten beim IHS nicht anzunehmen. Als Grund nannte er die Finanzierung österreichischer Forschungsinstitute. Ein Wechsel nach Wien wäre „nicht ohne Risiken.“

Der deutsche Top-Ökonom Lars Feld nimmt den angebotenen Chefposten beim Wiener Institut für Höhere Studie (IHS) nicht an. Der Professor für Wirtschaftspolitik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und Direktor des Walter Eucken Instituts, were ein Bleibeangebot seiner Universität und des Landes Baden-Württemberg annehmen. „Ich freue mich, weiter an der Uni Freiburg und am Walter Eucken Institut wirken zu können“, schreibt Feld in einer am Freitagabend verschickten Aussendung. „Die wirtschaftspolitische Diskussion in Deutschland kann eine ordnungspolitische Stimme gut gebrauchen. Es herrscht dahingehend ja kein Überfluss“, so Feld.

Feld nimmt somit das attraktive Angebot, als Direktor des Instituts für Höhere Studien (IHS) in Wien zu wirken, nicht an. Die Gründe dafür sind vielfältig und nicht nur in der Attraktivität der Universität Freiburg und des Walter Eucken Instituts begründet. „Das Kuratorium des IHS hat mir in der Tat ein hervorragendes vertragliches Angebot gemacht,“ so Feld.

Das IHS sei ein tolles Institut mit vielfältigen Entwicklungschancen, mit hervorragenden Forschungsleistungen und einer vorzüglichen Präsenz in der politischen Beratung. Gleichwohl bestünden dort, wie bei jedem größeren Forschungsinstitut, gewisse Notwendigkeiten zur Umstrukturierung, nicht zuletzt weil das IHS vor allem im finanzwissenschaftlichen Bereich und somit im Kernbereich von Felds Forschungsinteressen deutlich gestärkt werden müsste, so Feld. Dies würde erhebliche Anstrengungen erfordern, die „nicht ohne Querelen ablaufen und zu Belastungen führen“ würden.

Kritik an veränderter Grundfinanzierung durch Nationalbank

Zudem kritisierte der Ökonom die veränderte Grundfinanzierung durch die Österreichische Nationalbank (OeNB), welche die Grundfinanzierung der von ihr finanzierten Institute völlig umstellt. Den mündlichen Zusicherungen, das IHS habe dadurch keine Nachteile, ließ die OeNB zwar in der vorläufigen finanziellen Zusage für das Jahr 2022, aber nicht im Grundsatz Taten folgen, so Feld. Die OeNB will ihren Fokus künftig auf Projektfinanzierung setzen, nicht mehr auf Grundfinanzierung.

Als fortwährendes strukturelles Problem der Wirtschaftsforschungsinstitute in Österreich bezeichnet Feld, dass sie im Unterschied zu Deutschland den Institutionen, welche die Grundfinanzierung stellen, unmittelbarer gegenüberstehen. Das erfordere „kontinuierliche, im Umfang stärkere Anstrengungen der Leitungen der Institute, ihre Unabhängigkeit zu sichern", insbesondere im Hinblick auf die Wahrnehmung durch die Öffentlichkeit. „Insgesamt“, so Feld, „wäre der Wechsel nach Wien also nicht ohne Risiken.“