Gericht

Stadtstraße: Vorerst keine Nachtarbeiten

WIEN: LOBAU STADTSTRASSE - BAUMRODUNG
WIEN: LOBAU STADTSTRASSE - BAUMRODUNGAPA/TOBIAS STEINMAURER
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Stadt Wien will zusätzliche Bäume fällen und auch nachts und am Wochenende bauen. Eine Beschwerde von Umweltschützern stoppte dies vorerst. Architekten wollen eine Alternative zur Straße.

Wien. Das Bundesverwaltungsgericht (BVwG) hat einer Beschwerde von Kritikern der Stadtstraße Aspern in Wien stattgegeben. Auch ein Teil des Änderungsbescheides zu dem umstrittenen Straßenneubau wurde aufgehoben, teilte die Umweltorganisation Virus am Montag in einer Aussendung mit. Die MA28, verantwortlich für den Bau der Straße, hatte in dem Änderungsbescheid zusätzliche Baumfällungen und Nacht- und Wochenendarbeiten beantragt, die im ursprünglichen Umweltverträglichkeitsprüfverfahren verboten worden seien, informierten die Umweltschützer. Durch deren stattgegeben Beschwerde sei dies vorerst nicht möglich. "Der Änderungsbescheid wurde durch Beschwerden nicht rechtskräftig und ist ab sofort auch nicht mehr vorzeitig vollstreckbar," informierte Wolfgang Rehm von Virus.
Am 18. Februar wird in der Sache gerichtlich verhandelt.

Bisher sind für die Stadtstraße laut Stadt Wien 380 Baumfällungen vorgesehen. Vergangene Woche waren zeitgleich mit der Räumung des Klima-Camps in Wien-Donaustadt mehrere Bäume gefällt worden, was bei manchen für große Empörung sorgte.

Architekten wollen Alternativen zu Stadtstraße

Unterdessen kritisierte die Interessensgemeinschaft Architekturschaffender (IG Architektur) die in der Vorwoche erfolgte Räumung der Stadtstraßen-Baustelle in Wien-Donaustadt. „Auch wenn den Projekten der Stadt Wien mit Sicherheit eine hohe Expertise zu Grunde liegt“, müsse man „die bisherige Planung überdenken“.

Der Stopp des Lobautunnels durch das Umweltministerium sowie der immer dramatischere Verlauf des Klimawandels hätten die Rahmenbedingungen geändert. Die Architekten sind überzeugt, dass es möglich sei und möglich sein müsse, eine „notwendige Mobilität für 60.000 Wohnungen durch alternative Verkehrskonzepte (öffentlicher Verkehr, Mikro-ÖV, autonom)“ und städtebauliche Eingriffe zu erreichen.

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(APA)

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