Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Britischer Ausschuss sieht überwiegend negative Folgen des Brexit

LKWs im Hafen von DoverAPA/AFP/GLYN KIRK
  • Drucken

Die Hauptauswirkungen für Unternehmen seien "erhöhte Kosten, Papierkram und Verzögerungen an der Grenze“, bilanzierten britische Parlamentarier.

Britische Parlamentarier haben eine kritische Bilanz des Brexit gezogen und vor weiteren Folgen gewarnt. Die Hauptauswirkungen des EU-Austritts für britische Unternehmen seien "erhöhte Kosten, Papierkram und Verzögerungen an der Grenze", stellte der Rechenschaftsausschuss in einem am Mittwoch vorgestellten Bericht fest. Neue Importkontrollen, die seit Jahresbeginn greifen, könnten die Lage weiter verschlechtern.

Auch bei Privatreisen seien Verzögerungen möglich, sobald sich der Verkehr wieder normalisiere, warnte das Public Accounts Committee. Der Ausschuss kritisierte zudem das Regierungsvorhaben, bis 2025 die effektivsten Grenzkontrollen der Welt zu schaffen, als "optimistisch, angesichts des heutigen Stands".

"Unserer Meinung nach muss die Regierung kurzfristig viel mehr tun, um die derzeitige Belastung für diejenigen zu verstehen und zu minimieren, die mit der EU handeln", sagte die Ausschussvorsitzende Meg Hillier von der oppositionellen Labour-Partei. Die Regierung versicherte, sie unterstütze Unternehmen beim Handel mit Europa.

Vorschriften und Verzögerungen

Großbritannien ist seit 1. Jänner 2021 nicht mehr Mitglied der EU-Zollunion und des Binnenmarkts. Ein kurzfristig vereinbartes Handelsabkommen sichert zwar, dass weiterhin weitgehend zollfrei mit der EU gehandelt werden kann. Neue Vorschriften sorgen aber noch immer für Verzögerungen. Seit Jahresbeginn kontrolliert Großbritannien zudem EU-Importe schärfer, auch das hemmt den Verkehrsfluss. Zuletzt kam es vor dem wichtigen Hafen Dover am Ärmelkanal zu langen Lkw-Staus.

Erst am Dienstag hatte Premierminister Boris Johnson den Abgeordneten Jacob Rees-Mogg zum "Staatssekretär für Brexit-Chancen"ernannt. Johnson war zuletzt auch in der eigenen Fraktion unter Druck geraten. Viele Parteikollegen hatten gefordert, positive Folgen des Brexit stärker hervorzuheben.

(APA/dpa)