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Prozess

Urteil gegen „Ibiza-Detektiv“ nächste Woche möglich

Der Öffentlichkeit wurde Julian H. bekannt, weil er jenes Video produziert haben soll, das zu Ermittlungen gegen Heinz-Christian Strache und dem Ende der türkis-blauen Bundesregierung geführt hat.
Der Öffentlichkeit wurde Julian H. bekannt, weil er jenes Video produziert haben soll, das zu Ermittlungen gegen Heinz-Christian Strache und dem Ende der türkis-blauen Bundesregierung geführt hat.APA/HARALD SCHNEIDER
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Der Drogenprozess gegen den als "Ibiza-Detektiv“ bekannten Julian H. wird nächste Woche fortgesetzt. Weitere Befragungen sind für den kommenden Mittwoch geplant.

Der Drogenprozess gegen den mutmaßlichen Drahtzieher des Ibiza-Videos, Julian H., wird am kommenden Mittwoch (16. Februar) am Landesgericht St. Pölten fortgesetzt. Am nunmehr fünften Tag der Schöffenverhandlung könnte auch ein Urteil fallen. Jedenfalls auf dem Programm stehen "weitere Befragungen", bestätigte Gerichtssprecherin Birgit Eisenmagen am Mittwoch.

Der Privatdetektiv soll laut Staatsanwaltschaft 2017 und 2018 insgesamt 1,25 Kilo Kokain mit einem Reinheitsgehalt von zumindest 70 Prozent nahe der niederösterreichischen Stadt Haag (Bezirk Amstetten), in Salzburg und Oberösterreich zu einem Grammpreis von 40 Euro an einen Bekannten übergeben haben. Damit soll H. der Anklage zufolge Schulden beglichen bzw. seine triste finanzielle Situation aufgebessert haben. Das wurde bestritten. Die Verteidiger sprachen von konstruierten Vorwürfen. Im Fall eines Schuldspruchs drohen bis zu 15 Jahre Haft.

Zeugenaussagen teilweise widersprüchlich

Belastet wird der weiterhin in Untersuchungshaft sitzende Angeklagte von zwei Zeugen, deren bisherige Aussagen teilweise im Widerspruch zueinander stehen. Der Mann - ein früherer Geschäftspartner des Beschuldigten - und seine ehemalige Geliebte waren in Salzburg wegen Drogendelikten verurteilt worden. H. brachte ins Spiel, dass der Hauptbelastungszeuge Geld bzw. Sachleistungen in Form von Rechtsanwaltshonorar für falsche Vorwürfe gegen ihn erhalten haben soll. Das bestritt der Betroffene.

H. soll das Video produziert haben, auf dem der damalige FPÖ-Chef und Vizekanzler Heinz-Christian Strache und FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus in einer Villa auf Ibiza im Gespräch mit einer vermeintlichen Oligarchennichte zu sehen sind. Nach Veröffentlichung der Aufnahmen im Mai 2019 verloren nicht nur Strache und Gudenus ihre Jobs, sondern es kam auch zum Bruch der türkis-blauen Koalition. Eine Neuwahl war die Folge.

(APA)