Johannes Strolz schrieb ein historisches Sportmärchen, 34 Jahre nach seinem Vater Hubert gewann auch er Gold in der so oft belächelten Kombination. Dabei: Er war vor elf Monaten aus allen ÖSV-Kadern geflogen – er wachselt seine Ski selbst.
Gold bei den Winterspielen in Peking: wer das Johannes Strolz vor elf Monaten prognostiziert hätte, den hätte der 29-jährige Polizeisportler aus Bludenz einfach nur ausgelacht. Er hätte jeden kurzerhand ins Reich der (schlechten) Geschichtenerzähler verbannt, denn die ohnehin stets unter dem langen Schatten seines Vaters Hubert stehende Karriere war gerade am Tiefpunkt angelangt. Der Vorarlberger war aus allen ÖSV-Kader geflogen. zu schwach, inkonstant, schwacher Schwung, zurück – der Antworten hätte er sonder Zahl parat gehabt, erzählte Strolz noch nach dem bereits so wundervollen Comeback-Sieg im Slalom von Adelboden. Niemand hatte damals an ihn geglaubt. Nur, aufgeben wollte er nicht. Strolz machte weiter.
Er finanzierte, wohl mit der Hilfe des Vaters, die Karriere aus eigener Tasche weiter. Um Geld zu sparen, nahm er das Service der eigenen Ski auch in die eigene Hand. Wachseln, schleifen – Strolz überließ nichts dem Zufall, weil er anderen nicht traute. Er konnte es sich nicht leisten, jemanden dafür zu bezahlen. Und jetzt? Knapp ein Jahr später. Johannes Strolz hat Sportgeschichte geschrieben mit Gold in der Alpinen-Kombination. Er gewann das gleiche Gold, wie es sein Vater 1988 in Calgary getan hat.