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Interview

Michael Köhlmeier: „Man muss endlich ausmisten“

„Ich wollte etwas absichtslos Heiteres schreiben“: Schriftsteller Michael Köhlmeier beim Treffen in Wien.
„Ich wollte etwas absichtslos Heiteres schreiben“: Schriftsteller Michael Köhlmeier beim Treffen in Wien.[ Jana Madzigon ]
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Michael Köhlmeier hat Gedichte über Tiere geschrieben. Dass Tiere für Vergleiche mit Politikern herhalten müssen, empört ihn.

Die Presse: Bekennen Sie gleich zu Beginn: Katze oder Hund?

Michael Köhlmeier: Katze. Und Sie?

 

Hund. Eindeutig. Warum Katze?

Als ich ein Kind war, hatten wir Katzen, dann einmal einen Hund, dann wieder Katzen. Ich sage: Ich habe mich in meinem Leben an Katze gewöhnt. Man muss sich auch nicht so viel um sie kümmern. Wir hatten aber auch einmal eine Hündin. Nicht wirklich. Mein Vater hat sie mitgebracht, da war sie winzig klein, später war sie riesengroß und wild. Ich habe mich vor ihr gefürchtet. Und sie, glaube ich, war unglücklich. Ein Hund in lauter Katzenrevieren, rundum lauter Katzen und sie, die Hündin, dazwischen. Wir haben sie dann verschenkt an einen Bauern. Dann war ich doch auch traurig. Aber auch froh. Und schon war wieder eine Katze da. Von da weg nur noch Katzen. Manchmal vier, einmal sogar fünf. Ich wohne auf dem Land, da können sie kommen und gehen, und andere sind ja auch noch da, andere Katzen, Nachbarkatzen, manche gehören niemandem – oder allen.

 

Ein Gedichtband vornehmlich über Tiere. Wie kamen Sie auf diese Idee?