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Solo-Violinistin und Influencerin

Klassik-Influencerin Esther Abrami: "Die Klassikszene hinkt ein wenig hinterher"

Esther Abrami
"Die Idee, dass ein Musiker unnahbar und perfekt sein sollte, ist nicht mehr zeitgemäß", sagt Esther Abrami.Charlotte Ellis / Sony Music
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Esther Abrami ist Solo-Violinistin und Influencerin. Auf TikTok führt sie Unbedarfte an die Musik heran und holt sich Inspiration für ihr eigenes Spiel. Ihre spaßigen Videos kamen in der Branche aber nicht immer gut an.

„Wie schnell kannst du dieses Stück erkennen?“, fragt Esther Abrami, setzt die Geige ans Kinn und zum ersten Ton an. Schon erkannt? „Glückstreffer!“ lautet die Einblendung am oberen Bildschirmrand, auf die Abrami mit ihrem Bogen deutet. Wer sich nach drei Tönen sicher ist, darf sich „Super Pro“ nennen, wer Mozarts „Eine kleine Nachtmusik“ nach immerhin zwei Takten erkennt, schon „Pro“. Die Unbedarfteren ermutigt Abrami keck: „Go listen to the music.“ Es ist davon auszugehen, dass der Anweisung einige gefolgt sind. 4,2 Millionen Mal wurde das Video auf TikTok angesehen, eine halbe Million Nutzer quittierten es mit einem Like. Und unter den 11.000 Kommentaren lauten einige: „Viel zu einfach!“

Esther Abrami ist Geigerin und Social-Media-Influencerin. Und das nicht unabhängig voneinander: Auf YouTube, Instagram und TikTok (wo sie mit über 350.000 Followern die größte Anhängerschaft hat) postet die gebürtige Französin, die in Manchester wohnt, Einblicke in ihren Probenalltag, Tipps zum Geigenspiel, kleine Lehreinheiten (z. B. wie klingt „Ave Maria“ ohne Vibrato?) und Schmähs über das Musikerdasein. Ihre Online-Popularität treibt auch ihre Karriere voran: Dank Social Media wurde die Plattenfirma Sony auf sie aufmerksam, im März erscheint ihr erstes Album.