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Globetrotter

Soziale Gärung hinter mondänen Glitzerfassaden

Peter Kufner
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Kasachstan galt als Hort der Stabilität in Zentralasien. Doch unter der autokratischen Dunstglocke sammelte sich der soziale Sprengstoff.

Der Staub, den der mehrtägige Aufruhr im Herzen Eurasiens Anfang des Jahres aufgewirbelt hatte, hat sich wieder gelegt. Die Toten (offiziell 227, nach Schätzungen von Menschenrechtsaktivisten aber viel mehr) sind begraben. Von den bis zu 12.000 Verhafteten befinden sich die meisten wieder auf freiem Fuß, aber rund 1000 sollen noch immer in Gefängnissen schmachten, wo nach Berichten entlassener Häftlinge gefoltert wird. Die Fassaden der im Jänner attackierten öffentlichen Gebäude werden renoviert, Kasachstan präsentiert sich wieder als das stabilste und wohlhabendste Land Zentralasiens – so, als wäre nichts geschehen.

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Aber der fünftägige Aufruhr ist der ganzen Region schwer in die Knochen gefahren. Mit so einem Wutausbruch der Bevölkerung hatte wohl niemand gerechnet, am allerwenigsten die Machthaber in Kasachstan. Die zunächst friedliche Protestdemonstration gegen die Erhöhung des Preises für Autogas (LPG) in der westkasachischen Stadt Zhanaozen am 2. Jänner war dabei wie ein Funke ins Pulverfass.