Pizzicato

Biathlon-Generalprobe

Biathlon mag als archaische Disziplin erscheinen, der etwas Militärisches anhaftet.

Auf Skiern und mit einem Gewehr über den Schultern auf die Jagd nach Rentieren, Elchen oder Bären zu gehen, hat in norwegischen Wäldern oder der sibirischen Taiga noch heute durchaus existenzielle Berechtigung. Und natürlich in James-Bond-Filmen. Aber in alpinen Arenen, in Fußballstadien?

Plopp, plopp: Der dumpfe Knall hallt auch in Chinas Bergen, obwohl ein hehres Prinzip besagt, dass die Waffen während Olympia zu schweigen haben. Bei den Winterspielen ist Biathlon die große Ausnahme. Sollte Wladimir Putin etwas auf eine Generalprobe geben, wäre sie missglückt. Den Sieg vor Augen, hatte Eduard Latypow, der Schlussläufer der russischen Staffel, beim letzten Schießstand Ladehemmung. Ein Sabotageakt des gebürtigen Belarussen? Am Ende blieb Russland nur Bronze, weit vor der Ukraine, aber geschlagen von den Nato-Staaten Norwegen und Frankreich.

Ob der Kreml-Herr den Angriff abbläst? Oder eine faule Ausrede findet wie Kamila Walijewa, die russische Eiskunstläuferin, die wegen Staatsdopings unter dem neutralen Banner läuft? Sie sei nur in Kontakt mit dem Herzmittel ihres Opas gekommen, ließ sie wissen. Es klang beinahe so wie bei den kleinen grünen Männchen, die bei Olympia 2014 auf der Krim wohl nur auf Kur waren. (vier)

Reaktionen an: thomas.vieregge@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.02.2022)

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