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Kolumne

Qualifikation leider verpasst

Sprechblase
SprechblaseClemens Fabry
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Sprechblase Nr. 429. Warum „Pflicht und Kür“ unterschieden werden.

Jetzt sind sie beinahe schon wieder vorüber, die Olympischen Winterspiele. Ein Glück, dass die Eiskunstläuferinnen und -läufer (die für viel Diskussionsstoff gesorgt haben) bis zuletzt mit ihren Auftritten begeistern.

Von ihnen borgen sich Manager gern die Metapher von – Achtung, Sprechblase – „Pflicht und Kür“ aus. Dass die Pflicht seit 1991 (Eiskunstlauf) bzw. 2010 (Eistanz) Kurzprogramm heißt, wird dabei geflissentlich übersehen.

Die Pflicht, so vermitteln sie den Eindruck, muss erledigt werden. Sprichwörtlich lästig, soll sie mit minimalen Ressourcen das Maximum bringen. Die Kür hingegen dient dem Posieren: Man will zeigen, was man kann.

Wie wäre es zur Abwechslung damit, mit umgekehrten Ansprüchen ans Werk zu gehen? Denn wer im Kurzprogramm nicht die volle Leistung bringt, qualifiziert sich möglicherweise gar nicht für die Kür.

 

In den Sprechblasen spürt Michael Köttritsch, Leiter des Ressorts "Management & Karriere" in der "Presse", wöchentlich Worthülsen und Phrasen des Managersprechs auf und nach.

Die gesammelten Kolumnen finden Sie hier.

("Die Presse" Ausgabe von 9. Oktober 2021 September 2021)