15 Jahre verbrachte die Oppositionsführerin im Gefängnis oder im Hausarrest. Die 65-Jährige kämpft gegen die Militärjunta, die seit 48 Jahren regiert. 1991 erhielt sie für ihre Bemühungen den Friedensnobelpreis.
Aung San Suu Kyi ist das Symbol des Widerstands gegen die Militärjunta in Burma (Myanmar), die das bettelarme asiatische Land seit 48 Jahren mit Gewalt regiert. Die Tochter des burmesischen Unabhängigkeitshelden Aung San hat 15 der vergangenen 21 Jahre entweder im Gefängnis oder im Hausarrest verbracht. Jetzt ist die 65-jährige zierliche Frau nach langer Zeit wieder in Freiheit: Am Samstag wurde sie aus dem Hausarrest entlassen.
Eigentlich sollte Suu Kyis Gefangenschaft schon Ende Mai 2009 enden. Doch weil sie einen amerikanischen Eindringling, der sich von Gott gesandt wähnte, zwei Tage auf ihrem Grundstück duldete, bekam sie 18 Monate zusätzlichen Hausarrest.
Friedensnobelpreis 1991
Das hat den Willen der Friedensnobelpreisträgerin von 1991 jedoch ebenso wenig brechen können wie Überfälle von Anhängern der herrschenden Junta. Die bei Millionen ihrer Landsleute als "Die Dame" bekannte Freiheitsheldin bietet den Militärs weiterhin die Stirn. "Wirkliche Freiheit ist für mich die Freiheit von Angst. Solange Sie in Angst leben, können Sie kein menschenwürdiges Leben führen", hat sie einmal ihr Credo formuliert. Mittlerweile wird Suu Kyi im selben Atemzug wie Nelson Mandela aus Südafrika oder Mahatma Gandhi aus Indien genannt.
Die Parlamentswahl von 1990 hat Suu Kyis Nationale Liga für Demokratie haushoch gewonnen. Regieren durfte die Partei aber nicht - das verhinderten die Militärs. Weil die NLD zur Wahl am vorigen Sonntag nicht antrat, wurde sie von der Junta aufgelöst.
Dem Kampf für Freiheit und Demokratie opferte Suu Kyi in den 80er Jahren nicht nur ihr beschauliches Hausfrauendasein in England. Auch persönliche Schicksalsschläge ordnete sie ihrem Streben unter. Aus Sorge, ausgebürgert zu werden, weigerte sie sich Burma zu verlassen und reiste nicht nur Beerdigung ihres 1999 gestorbenen Mannes Michael Aris nach Großbritannien. Die burmesischen Militärs hatten dem tödlich an Prostatakrebs Erkrankten die Einreise verweigert.
(Ag.)