Haus Windsor

Stürmische Zeiten bei den britischen Royals

Die Queen, sichtlich "not amused" im Juni 2021.
Die Queen, sichtlich "not amused" im Juni 2021.(c) imago images/i Images
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Die Corona-Infektion der Queen beendete eine harte Woche für die britischen Royals. Auch Prinz Andrew, Prinz Charles und Prinz Harry sorgten für negative Schlagzeilen.

Während Großbritannien vom Sturmtielf „Eunice“heimgesucht wurde, erleben quasi zeitgleich auch die britischen Royals eher stürmische Zeiten, wenngleich es sich hier weniger um meteorlogische als anderweitige Phänomene handelt. In den vergangenen Tagen hat der britische Boulevard das Hause Windsor mit wenig erfreulichen Schlagzeilen heimgesucht. Die außergerichtliche Einigung von Prinz Andrew und seiner Klägerin Virginia Giuffre, Ermittlungen in der Stiftung von Prinz Charles, und schließlich ist auch noch die Queen, deren Gesundheit im Herbst bereits Sorgen bereitete, an Corona erkrankt.

Die dramatische Kaskade begann am Dienstag, als ein Gericht in New York eine Erklärung herausgab, die es in sich hat: "Virginia Giuffre und Prinz Andrew haben eine außergerichtliche Einigung erzielt", heißt es darin. Der geschlossene Vergleich, der den 62-Jährigen Berichten zufolge bis zu zwölf Millionen Pfund kosten soll, ist der vorläufige Endpunkt in Andrews Missbrauchsskandal. Ein rufschädigender öffentlicher Prozess gegen Giuffre, die ihm mehrfachen sexuellen Missbrauch vorwarf, ist damit abgewendet. Doch Andrews Image und seine Chancen auf eine Rückkehr ins öffentliche Leben als Royal sind trotzdem dahin.

Ermittlungen in Charles Umfeld

Kaum war die Tinte der verdammenden Schlagzeilen getrocknet, kündigte die Londoner Polizei keine 24 Stunden später an, im Umfeld der Royals zu ermitteln. Dabei geht es um Berichte, einem Mann aus Saudi-Arabien seien Auszeichnungen und die britische Staatsangehörigkeit im Gegenzug für Spenden in Aussicht gestellt worden. Im Zentrum der Affäre steht ein ehemals enger Mitarbeiter von Thronfolger Prinz Charles, der als Geschäftsführer von dessen wohltätiger Stiftung The Prince's Foundation einem saudischen Geschäftsmann im Gegenzug für Spenden einen Ritterschlag und den britischen Pass in Aussicht gestellt haben soll. Der Palast beeilte sich, jegliche Kenntnis Charles' von dem angeblichen Vorgang zu dementieren. Unangenehme Reporterfragen an den Thronfolger blieben vorerst aus, denn Sturmtief „Eunice“ zwang Charles, eine geplante Reise nach Wales abzusagen.

Stattdessen sorgte am Freitag auch noch Prinz Harry aus der Ferne für Schlagzeilen. Weil er um die Sicherheit seiner Familie bei Besuchen in Großbritannien fürchtet, will der mittlerweile in Kalifornien lebende 37-Jährige für britischen Polizeischutz bezahlen. Harry bekam jedoch eine Abfuhr, weshalb er sich nun vor Gericht mit der britischen Regierung anlegt. Ein Anwalt des Innenministeriums warf dem Royal in einer schriftlichen Stellungnahme mangelnden Respekt vor und bezeichnete sein Zahlungsangebot als „irrelevant“. Ob das Verfahren eine Wiederannäherung von Harry und seiner Frau Meghan mit der Royal Family einfacher macht, ist fraglich.

Queen hat milde Symptome

Am Sonntagnachmittag wurde schließlich bekannt: Queen Elizabeth II. ist infiziert - zwar bisher nur mit milden Symptomen und weiterhin pflichtbewusst arbeitsfähig, doch das Land hält trotzdem den Atem an. Die dreifache Impfung gegen das Coronavirus schürt die Hoffnung, dass die Monarchin - der Fels in der royalen Brandung - bald wieder bei Kräften ist. Auch Politiker und Würdenträger auf der ganzen Welt haben bereits ihre Genesungswünsche zum Ausdruck gebracht.

„Ich bin mir sicher, dass ich im Namen aller spreche, wenn ich Ihrer Majestät eine rasche Genesung von Covid-19 wünsche, und dass sie schnell wieder ganz gesund wird“, schrieb der britische Premierminister Boris Johnson am Sonntag auf Twitter.Indiens Regierungschef Narendra Modi und der Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, kündigten an, für die britische Königin zu beten. „Unsere Gedanken und Gebete sind bei Ihnen“, ließ auch der israelische Premier Naftali Bennett auf Twitter wissen. Kanadas Regierungschef Justin Trudeau wünschte im Namen von "Millionen von Kanadiern" eine schnelle und vollständige Genesung.

Die große Party

In Umfragen ist die Queen noch immer das mit Abstand beliebteste Mitglied der Königsfamilie, 2022 soll auch ihr Ehrenjahr werden: Sie begeht heuer nämlich ihr 70-jähriges Thronjubiläum begehen. Die landesweite Party hätten die Untertanen der Queen dringend nötig, Brexit, lange Lockdowns und Regierungskrise haben in den letzten Jahren für wenig gute Stimmung gesorgt. Paraden, ein Konzert mit großen Stars vor dem Palast, eine spätere Sperrstunde in den Pubs und ein extra Feiertag sollen die Briten vereinen und die einzigartige Regentschaft der Queen würdigen. Geplant ist das Spektakel für Anfang Juni - also noch lange genug hin, um gesund zu werden.

(dpa/APA/red)

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