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Ukraine-Konflikt

Österreich ist in der Gaskrise besonders verwundbar

Eine Gasförderanlage in der russischen Region Murmansk.
Eine Gasförderanlage in der russischen Region Murmansk.(c) imago images/ITAR-TASS (Stanislav Krasilnikov via www.imago-images.de)
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Höhere Gaspreise oder gar Lieferausfälle würden Österreich treffen wie der Ölpreisschock in den 1970er-Jahren. In der Eurozone ist nur die Slowakei stärker bedroht, warnt die EZB. Experten fordern, den Ausstieg aus dem Gas zu fördern, statt Gaspreise zu subventionieren.

Während Russland seine Soldaten in die Ukraine schickt und der Westen Sanktionen gegen die Machthaber im Kreml beschließt, sorgen sich Europas Unternehmen vor allem vor den wirtschaftlichen Kollateralschäden der Konfrontation. Nachdem der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Dienstag das vorübergehende Aus für die russische Ostseepipeline Nord Stream 2 besiegelt hat, stellte Moskau rasch klar, wie es gedenke, Europas an seinem wundesten Punkt zu treffen: „Nun gut, herzlich willkommen in der neuen Welt, in der die Europäer bald 2000 Euro pro 1000 Kubikmeter Gas zahlen“, schrieb Russlands Ex-Präsident Dmitri Medwedew auf Twitter.

Wie zum Beweis kletterten am Mittwoch die europäischen Großhandelspreise für Erdgas den dritten Tag in Folge nach oben. Dabei legte der größte Gaslieferant des Kontinents die schwerwiegendste Drohung noch gar nicht auf den Tisch: eine mögliche Unterbrechung der Rohstofflieferungen in die EU. 

Vor diesem Schritt schreckt selbst Wladimir Putin zurück, weiß er doch genau, wie wichtig die Einnahmen aus dem Öl- und Gasexport für den eigenen Staatshaushalt sind. Aber schon die von Medwedew angedeutete Verdoppelung der Gaspreise hätte eine verheerende Folgen für die europäische - vor allem aber für die österreichische - Wirtschaft, sagt Kurt Kratena, Direktor des Forschungszentrums CESAR, zur „Presse“. Die Folgen wären vergleichbar mit jenen nach den beiden Ölpreisschocks der 1970er-Jahre. Im Vergleich zu anderen EU-Staaten ist Österreich besonders verwundbar.