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Quergeschrieben

Warum Österreich möglichst schnell der Nato beitreten sollte

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg.
Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg.(c) REUTERS (YVES HERMAN)
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Wenn Russland militärisch über einen friedlichen Nachbarn herfällt, hat sich die „immerwährende Neutralität“ der Republik endgültig ad absurdum geführt.

Es verdient gewisse Anerkennung, dass die Bundesregierung am Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine nicht nur die üblichen Floskeln vom „Brückenbauen“ und dergleichen Wortgeklingel absondert, sondern für österreichische Verhältnisse halbwegs klare Worte findet und sich einigermaßen als Teil des Westens positioniert. Das sollte zwar selbstverständlich sein, ist es aber nicht. Leider.

Und doch wäre Russlands Aggression ein guter Anlass für Österreich, um einen Schritt weiter zu gehen: einen Brief an das nordatlantische Verteidigungsbündnis Nato zu schreiben mit dem Inhalt, dass die Republik Österreich wünscht, Teil dieser Militärallianz zu werden; jedenfalls solang eine EU-Armee nicht existiert. Wohl noch nie seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor 30 Jahren war ein derartiger Schritt so naheliegend wie jetzt. Denn der Umstand, dass Russland seit der Annexion der Krim Krieg wieder als Mittel der Politik und vor allem zur Verschiebung von Grenzen betrachtet, lässt es logisch erscheinen, dass Österreich seine Sicherheitsinteressen überdenkt. Deshalb diskutieren ja auch das neutrale Schweden und das bündnisfreie Finnland der gleichen Logik folgend seit Wochen einen Beitritt zur Nato. Ein Beitritt dieser beiden zusammen mit Österreich wäre eine ungleich stärkere Geste als ein paar lahme Sanktionen.