Pizzicato

Solidarität in Blau-Gelb

Nicht nur am St. Patrick's Day ist es Usus geworden, Wahrzeichen einzufärben. Grün leuchtet es am 17. März von Dublin über Boston bis Sydney.

Triumph wie Terror geben dafür Anlass; zum Gedenken des 9/11-Terrors erstrahlt das Empire State Building in den Sternenbanner-Farben, ein anderes Mal in Trikolore.

Wie das Brandenburger Tor oder das Kolosseum trägt in Wien die Fassade der französischen Botschaft Blau-Gelb. Und das nicht aus Nostalgie zu den Blau-Gelben der Vienna oder – sorry, Johanna Mikl-Leitner – aus Lokalpatriotismus zu Niederösterreich. In Sachen Solidarität – diesfalls zur Ukraine – ist Frankreich stets an vorderster Front. Bei der Wiener Botschaft hat es eine spezielle Symbolkraft, liegt sie doch schräg vis-à-vis vom monumentalen Russendenkmal am Schwarzenbergplatz. Nehmt das, Putin-Versteher!

Werden am Wochenende, wie dies angezeigt wäre, am Ring Zehntausende Pazifisten aus Protest gegen den Gewaltherrscher im Kreml zusammenströmen? Und zur Abwechslung nicht zum Anti-Corona-Faschingsumzug. Oder zu antiamerikanischen Demos. Es stünde den Spitzen der Republik gut an, am Ballhausplatz – wie am Wiener Rathaus oder in Klagenfurt – Flagge zu zeigen und die ukrainische Fahne zu hissen. Wie bei der Solidaritätsaktion mit Israel. In Lwiw (Lemberg) und Kiew würden sie sich freuen. (vier)

Reaktionen an: thomas.vieregge@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.02.2022)

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