Ein wichtiges Lockmittel von Pflanzen ist der Blütenduft. Ein Forschungsteam aus Salzburg und Brasilien hat erstmals getestet, wie Bienenarten reagieren, wenn Nutzpflanzen im Klimawandel weniger Duft abgeben.
„Rettet die Bienen“, lautet eine häufige Warnung, wenn es um den Erhalt der Artenvielfalt und die Ernährungssicherheit geht. Die Bestäuber sind ein wichtiger Schlüssel für ein intaktes Ökosystem, das auch dafür sorgt, dass Nutzpflanzen genug Ernte abwerfen, um die Weltbevölkerung und unsere Nutztiere satt zu machen. 87 Prozent aller Pflanzen und circa 75 Prozent aller Nutzpflanzen sind auf tierische Bestäuber angewiesen, auf Insekten, Fledermäuse, Vögel und mehr. 2016 berechneten britische Forscher, dass der wirtschaftliche Wert der Tierbestäubung weltweit mit 235 bis 570 Milliarden Dollar pro Jahr zu beziffern ist.
Eine Frage ist nun: Wie ergeht es den Bestäubern in Zeiten des Klimawandels? Da stehen meist die Honigbienen an erster Stelle der Studien, denn sie übernehmen einen Großteil der Bestäubungsarbeit. Doch auch bei der Sorge um den Verlust von Lebensräumen darf man nicht vergessen, dass diese domestizierten Insekten nicht viel zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen: Die gezüchteten Völker sind Wildbienen zahlenmäßig überlegen und fressen der autochthonen Bienengemeinschaft Pollen und Nektar weg, wie Insektenkundler beklagen. „Wenn Bienenschutz ausschließlich auf die Honigbiene reduziert wird, ist das so, als meinte man beim Vogelschutz die Hühnerhaltung“, formulierte das beispielsweise Herbert Zettel vom Naturhistorischen Museum Wien, der mit anderen Entomologen dafür eintritt, die 700 Wildbienenarten in Österreich stärker zu fördern und schützen.