Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Premium
Interview

Ivan Krastev: „Putin erkannte die Schwäche des Westens“

„Wir wissen nicht genau, wie die neue Welt aussehen wird. Fest steht: Wir erleben das Ende des Friedens in Europa.“ Der Politologe Ivan Krastev (r.) konstatiert einen historischen Wendepunkt.
„Wir wissen nicht genau, wie die neue Welt aussehen wird. Fest steht: Wir erleben das Ende des Friedens in Europa.“ Der Politologe Ivan Krastev (r.) konstatiert einen historischen Wendepunkt.(c) Die Presse/Clemens Fabry (Clemens Fabry)
  • Drucken

Der Star-Politologe Ivan Krastev erklärt, warum Russlands Präsident Putin ausgerechnet jetzt in den Krieg gegen die Ukraine zog, welche geopolitischen Folgen die Zäsur hat und warum am Ende China am meisten davon profitieren könnte.

Markiert Russlands Überfall auf die Ukraine einen Wendepunkt der Geschichte?

Ivan Krastev: Das ist eine geopolitische, wirtschaftliche und psychologische Zäsur. In den 1930er-Jahren beschrieben Journalisten ihre Gegenwart als Nachkriegszeit. Historiker bezeichnen dieselbe Ära als Vorkriegszeit.

Erleben wir nun das Ende der Vorkriegszeit?

Wir wissen nicht genau, wie die neue Welt aussehen wird. Dieser Krieg kann kalt oder heiß sein. Fest steht: Wir erleben das Ende des Friedens in Europa. Diese Erfahrung müssen wir inmitten einer anderen Katastrophe machen, die uns auch unerwartet getroffen hat: der Pandemie

Hat sich Putin während der Pandemie in Selbstisolation radikalisiert?