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Sebastian Wieser ist 25 Jahre alt, HTL-Absolvent und arbeitet als Webdesigner. Zwei Tage Wochenende seien ihm nicht genug.
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Work-Life-Balance

Junge Fachkräfte mit Ansprüchen: Hat die 40-Stunden-Woche ausgedient?

Junge Mitarbeiter sind gefragt wie selten zuvor. Aber viele wollen nicht ins Hamsterrad. Sie wollen Karriere machen, ohne dass ihr Privatleben leidet. Doch das ist nur ein Teil der Geschichte. Über den Wunsch nach mehr Freizeit, neue Prioritäten und Bewerber, die Unternehmen selbstbewusst ihre Forderungen diktieren.

Maximilian Hraschan kennt seinen Marktwert. 26 Jahre alt, ausgebildeter Nachrichtentechniker, studiert Interactive Technologies an der Fachhochschule, arbeitet Teilzeit als Web-Entwickler, professionelle Homepage obendrein. Die viel gefragte Fachkraft – hier ist sie. Und sie kommt mit Ansprüchen. Ein Vollzeitjob ist auch nach dem Studium nicht sein Ziel. „32 Stunden wären ideal, vielleicht 35 für den Anfang und dann schauen, wie weit ich runtergehen kann“, erzählt er der „Presse“. Während der Lehre hat Hraschan 40 Wochenstunden gearbeitet und „gemerkt, dass das doch sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Und dass ich noch andere Sachen machen möchte.“ Eishockey spielen zum Beispiel. Er kenne die Gehälter in der Branche und wisse, dass sich das auch in Teilzeit ausgehen könne. „Da bin ich in einer privilegierten Situation.“

Zeit sei das neue Statussymbol, sagen Personalberater. Experimente wie jenes in Island, wo die Regierung hunderte Beschäftigte jahrelang bei vollem Gehalt in die Teilzeit schickte, schlagen international Wellen. Unternehmen, die von sich aus die Vier-Tage-Woche anbieten, können sich der Bewerbungen nicht erwehren. Dann kam auch noch die Pandemie, und mit ihr das erzwungene Zurückschrauben. Homeoffice wurde zum Normalfall, viele waren monatelang in Kurzarbeit. Das habe die Arbeitsmoral gedrückt, heißt es nun. Oder, positiv formuliert: Menschen gezeigt, dass sie auch mit weniger auskommen – mit weniger Geld und vor allem mit weniger Zeit im Büro. Dafür bleibt mehr Zeit für Freunde, Familie und Hobbys. Hat die 40-und-mehr-Stunden-Woche ausgedient?