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Ukraine-Krieg

RBI-Chef Strobl: Haben starke Liquiditätsausstattung in Russland

RBI-Chef Johann Strobl: Russische Kunden haben Vertrauen in die Bank
RBI-Chef Johann Strobl: Russische Kunden haben Vertrauen in die BankAPA/HANS KLAUS TECHT
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Russische Kunden vertrauen vorerst weiterhin auf RBI. Die Aktie des Raiffeisen-Spitzeninstituts bricht stark ein.

Als Reaktion auf die Aussagen des Wifo-Chefs Gabriel Felbermayr rund um einen potenziellen Schutzschirm für die Raiffeisen Bank International (RBI) meldete sich am Montag Bankchef Johann Strobl zu Wort und unterstrich die stabile Lage der russischen Banktochter. "Unsere russische Tochterbank verfügt über eine sehr starke Liquiditätsausstattung und verzeichnet Zuflüsse. Die Kapitalposition ist ebenfalls stark", so Strobl in einer Stellungnahme.

Die russischen Kunden hätten Vertrauen in die Bank. Gleichzeitig würden die Mitarbeiter in der Ukraine die wichtigsten Bankdienstleistungen aufrechterhalten, so Strobl weiter, der sich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bedankte. "Dienstleistungen werden unter der Voraussetzung angeboten, dass keine Gefahr für die Sicherheit von Mitarbeitern und Kunden besteht", hieß es in einem bereits am Vormittag von der RBI veröffentlichten Statement.

Eine abschließende Einschätzung zu der Lage in den Ländern könne derzeit nicht gegeben werden, da die Sanktionen "fast täglich" ausgeweitet würden, so die Bank. "Sie sind hart und in ihren Auswirkungen auf die Finanzmärkte und die Realwirtschaft weitreichend. Die Auswirkungen auf die RBI-Gruppe werden analysiert."

Vorsichtig äußerte sich heute Erste-Group-CEO Bernd Spalt: "Ich halte die RBI für eine sehr gut aufgestellte Bank, die ich auch so einschätze, dass sie in der Lage ist, mit sehr schwierigen Situationen umzugehen", so Spalt am Montag im Rahmen der Bilanzpressekonferenz der Erste Group. Mehr wolle er zu dem Thema nicht sagen. "Es hilft im Moment nicht, sehr starke Statements zu machen, die kein Problem lösen sondern ein Problem möglicherweise vertiefen."

Auch das Finanzministerium sieht in der RBI eine "sehr gut aufgestellte Bank mit einem exzellenten Management, die gut vorbereitet auf alle Eventualitäten ist", hieß es aus dem Ministerium zur Nachrichtenagentur Reuters. "Die RBI und andere österreichische Banken machen seit Jahrzehnten Geschäfte in dieser Region und können mit dem Risiko gut umgehen." Generell seien die heimischen Institute gut aufgestellt und die Lehren aus der Finanzkrise gezogen worden.

Wifo-Chef bringt Schutzschirm ins Spiel

Der Chef des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) hatte am Montag im Ö1-"Morgenjournal" des ORF zunächst gesagt, dass über die RBI ein Schutzschirm gespannt werden solle. Das Institut sei mit seinen Investments in Russland in Prozent der Bilanzsumme die wahrscheinlich am stärksten betroffene Bank überhaupt, noch vor der UniCredit oder Societe Generale, "da haben wir echt ein Thema", so Felbermayr. "Da wird man jetzt einen Schutzschirm spannen müssen, damit das nicht zu echten Problemen bei der RBI führt, das muss man sehen im Laufe des Tages", meinte der Wifo-Chef.

Wenige Stunden später relativierte der Wifo-Chef seine Aussage aber etwas. "Ob die RBI einen Rettungsschirm braucht, das muss man sehen", sagte Felbermayr im Ö1-"Mittagsjournal". Es gebe aber "keine unmittelbare und akute Notwendigkeit" dafür, meinte er auf Twitter. Er gehe davon aus, dass die RBI bereits Vorkehrungen getroffen habe. Er habe zuvor vor allem deutlich machen wollen, dass es wichtig sei, das Risiko im Blick zu haben.

Die Aktien der RBI waren am Montag erneut stark unter Druck. Am späten Nachmittag notierten sie um 18,5 Prozent tiefer bei 13,90 Euro je Aktie. In den vergangenen fünf Handelstagen hatten die Papiere rund ein Drittel ihres Werts verloren. Am Wiener Aktienmarkt zeigte sich auch Erste Group um rund zehn Prozent schwächer und die Papiere der BAWAG büßten gut viereinhalb Prozent ein.

Auch außerhalb Österreichs litten Bankwerte unter dem beschlossenen Ausschluss Russlands aus dem internationalen Zahlungssystem Swift und den Sanktionen gegen die russische Zentralbank. Die Aktien der Deutschen Bank gaben bis zu Mittag um gut 9 Prozent nach, jene der ING Group verloren rund 10 Prozent und jene der italienischen Bank-Austria-Mutter UniCredit büßten rund 11,7 Prozent ein. Die UniCredit zählt zu den europäischen Banken mit den größten Engagements in Russland. Die Bank erzielt dort rund drei Prozent ihrer Erträge.

 

(APA)