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Jahresbilanz

Symrise will Weltmarktführer bei Tierfutter-Zusätzen werden

Der weltweit viertgrößte Aromenproduzent sieht im Bereich Pet Food einen zentralen Wachstumstreiber.

Nach mehreren Zukäufen in der Tiernahrungsindustrie will der Duft- und Aromenhersteller Symrise nun zum Weltmarktführer bei Zusatzstoffen für Heimtierfutter werden. "Pet Food ist ein zentraler Wachstumstreiber und wir wollen der führende Anbieter in diesem Bereich weltweit werden," kündigte Vorstandschef Heinz-Jürgen Bertram auf einer Pressekonferenz am Dienstag an. Symrise habe derzeit zwischen fünf und zehn Akquisitionskandidaten auf dem Radarschirm. Der Konzern aus dem niedersächsischen Holzminden hatte kürzlich den chinesischen Tierfutterzulieferer Wing Pet Food sowie den niederländischen Hersteller von Proteinen für Heimtiernahrung Schaffelaarbos übernommen.

Sowohl die konjunkturelle Erholung aus der Corona-Krise als auch eine starke Nachfrage nach Inhaltsstoffen für Heimtiernahrung im Zuge des Adoptionsbooms von Haustieren während der Pandemie gaben Symrise Schub: Der Gewinn kletterte 2021 um mehr als ein Fünftel auf 375 Millionen Euro. "Wir haben den Rückenwind durch die weltweite Konjunkturerholung genutzt und unsere Segel genau danach ausgerichtet", sagte Bertram. Die Aktionäre sollen eine leicht angehobene Dividende von 1,02 (zuvor: 0,97) Euro je Aktie erhalten.

Höhere Margen geplant

Der Konzern, dessen Düfte unter anderem für die Parfüms der französischen Luxusriesen LVMH und Kering verwendet werden, steigerte im vergangenen Jahr den währungsbereinigten Umsatz auf 3,83 Milliarden Euro von 3,52 Milliarden ein Jahr zuvor. Die operative Umsatzrendite (Ebitda-Marge) belief sich auf 21,3 (2020: 21,1) Prozent. An der Börse kamen die Geschäftszahlen gut an: Symrise-Aktien stiegen im deutschen Leitindex Dax um 2,4 Prozent.

Für 2022 peilt Symrise ein Umsatz-Wachstum zwischen fünf und sieben Prozent an. Dies entspricht dem langfristigen Ziel, liegt aber unter dem Wachstum von 8,7 Prozent im vergangenen Jahr. Zudem rechnet der Konzern trotz steigender Rohstoff- und Energiepreise wiederum mit einer Ebitda-Marge von um die 21 Prozent - mittelfristig soll sich diese bis 2025 in einer Bandbreite von 20 bis 23 Prozent bewegen.

Die Auswirkungen des Ukraine-Konflikts auf Symrise sind nach Worten von Bertram "durchaus überschaubar", da die Standorte in Russland und der Ukraine knapp drei Prozent des Geschäfts ausmachen. "Das, was die Standorte an Rohstoffen brauchen, können sie in der Regel selbst lokal sourcen." Das Unternehmen sehe sich im Moment nicht von internationalen Sanktionen oder von der Abkopplung Russlands vom Bankensystem Swift betroffen.

Der weltweit viertgrößte Aromenproduzent hinter Rivalen wie Givaudan, Firmenich und IFF war im September rund 15 Jahre nach seinem Börsengang in den erweiterten Dax aufgestiegen. Symrise deckt mit mehr als 30.000 Produkten das ganze Feld der Riech- und Geschmacksstoffe ab, die in unzähligen Alltagsprodukten verwendet werden - von Chili-Kartoffelchips und Deosticks bis hin zu Tierfutter für wählerische Hauskatzen. 

(APA/Reuters)