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Berlin-Briefing

Das Verstummen der Putin-Versteher

Ein Protest-Plakat vor der russischen Botschaft in London.(c) REUTERS (TOBY MELVILLE)
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Deutschland entheddert sich. Gerhard Schröder wird von seinen Mitarbeitern verlassen. Europa kann nur profitieren, wenn Putins Sympathisanten nun in sich gehen.

Es ist ein Detail, auf das eine deutsche Russland-Expertin aufmerksam machte. Sie schrieb auf Twitter, sie habe in all dem Chaos und dem Schock rund um den russischen Angriffskrieg in der Ukraine eine interessante Beobachtung gemacht. Wenn sie in den vergangenen Jahren über Russland schrieb, konnte sie sicher sein, in ihrer Mailbox würden Kommentare von einer Gruppe landen, die gerne unter dem Sammelbegriff „Putin-Versteher“ zusammengefasst wird.

Meist werden so Menschen bezeichnet, die auf die eine oder andere Weise behaupteten, der russische Präsident werde doch nur missverstanden. Es gäbe keinen imperialen Drang, jede Aggression gehe von der US-Regierung aus, die Welt habe sich gegen den Kreml verschworen.

Aus Putins Netz entheddern

Auch in der Mailbox von österreichischen Journalisten landete in den vergangenen Jahren zuverlässig ähnliche „Fanpost“. Im Prunksaal der Österreichisch-Russischen Freundschaftsgesellschaft konnte sich das Publikum unter den Lustern eines Wiener Stadtpalais anhören, wie Anwälte und PR-Lobbyisten darüber lästerten, die US-Regierung sei nur die guten Geschäfte mit den russischen Oligarchen neidig. Politiker aller Coleurs ließen sich dort blicken – und auch in Moskau.