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Desinformation

Russische Propaganda im Netz: Die Top-zehn Fake News zum Ukraine-Krieg

Zerstörung in der zweitgrößten Stadt der Ukraine Charkiw.Sergey BOBOK / AFP/APA
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Genozid im Donbass, Nazis in der Ukraine, ein „sauberer Krieg" und Biowaffen in Osteuropa: Die Lügen des Kremls.

Propaganda ist eine der effizientesten Waffen im Krieg. Russlands Putin-Regime setzt derzeit auf ein besonders perfides Mittel, um die Aggression auf die Ukraine und ihre Einwohner zu rechtfertigen - und um Hass und Verwirrung zu schüren: der Kreml verbreitet gezielt Lügen, Irreführungen und Verzerrungen von realen Tatsachen.

Begonnen hat Moskau mit seinen Desinformationskampagnen schon lange vor dem Krieg. Die Regierung verbreitete ihr eigenes Narrativ nicht nur nur in der Heimat, sondern gezielt auch im Westen - über von Moskau kontrollierte Medien wie Russia Today oder Sputnik, aber auch im Netz, in sozialen Medien oder auf einschlägigen Blogs.

Trotz Blockaden (Verbot von Russia Today oder Sputnik in der EU) und Kontrollen schaffen es von Russland gesponserte Kanäle, ihre Informationen im Internet zu verbreiten.

News Guard, eine unabhängige Organisation mit Sitz in den USA, die Fake News entlarvt, hat folgende „Top-10 Mythen" über die Ukraine identifiziert und richtig gestellt. Darüber hat auch bereits die britische Tageszeitung „Guardian“ berichtet.

1) „Genozid an russischsprachigen Einwohnern im ostukrainischen Donbass": Die OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) hat keinerlei diesbezügliche Hinweise gefunden.


2)Polnischsprachige Saboteure wollten eine Chlor-Fabrik bombardieren":  Für den „Angriff“ gibt es keinen Beweis - das Video, das vorgelegt wurde, war Tage vor dem angeblichen Zeitpunkt des Angriffs aufgenommen worden.


3)Ukrainische Streitkräfte haben einen Kindergarten im ostukrainischen Luhansk am 17. Februar bombardiert“: Der Beschuss kam von Seiten pro-russischer Separatisten.


4)Russland hat zu Beginn der Invasion keine zivilen Ziele angegriffen“: Bereits einen Tag nach Beginn des Krieges am 24. Februar dokumentierte Amnesty International mindestens drei militärische Angriffe auf zivile Ziele in der Ukraine.


5) „Nationalsozialistisches Gedankengut ist weit verbreitet in der ukrainischen Politik und Gesellschaft und wird von der Regierung unterstützt“: Der Kandidat der ultra-rechten, nationalistischen Partei „Svoboda“ erhielt bei der Präsidentschaftswahl 2019 1,6 Prozent der Stimmen. 

6) Der Westen hat mit den Maidan-Protesten 2014 einen Coup inszeniert, um die rechtmäßige (damals pro-russische) Regierung in der Ukraine zu stürzen“: Es gibt keinen einzigen Hinweis oder Beweis dafür, dass hinter der Protestbewegung westliche Regierungen steckten.


7) „Die USA haben in Osteuropa mehrere geheime Biowaffen-Labore aufgebaut“: Dabei geht es um eine falsche Interpretation der US-Biowaffen-Abwehr und der entsprechenden Nato-Programme.


8) „Die Nato hat eine Militärbasis in Odessa“: Das ist falsch, eine US-Militärbasis ist in der Ukraine (das nicht Nato-Mitglied ist) nicht erlaubt. 


9) „Die Krim ist Russland legal beigetreten“: Die UN-Vollversammlung hat das Krim-„Referendum“ von 2014, mit dem der Kreml die Annexion rechtfertigt, als illegal erklärt.


10) „Die moderne Ukraine ist vom kommunistischen Russland erschaffen worden“: Bereits vor der Einnahme durch die Rote Armee 1920 existierte für circa zwei Jahre ein eigenständiger ukrainischer Nationalstaat, die Ukrainische Volksrepublik.

(red.)