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Philosophie

Und es gibt ihn doch: Der freie Wille als Teil des Lebendigen

Getty Images/Dulin
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Alle Organismen tauschen sich mit ihrer Umwelt aus. Das mache sie von Natur aus frei, postuliert ein Forschungsprojekt.

Hirnforscher haben bewiesen: Es gibt den freien Willen nicht.“ „Nicht Sie entscheiden, sondern Ihr Gehirn.“ „Es liegt alles in den Genen.“ Anne Sophie Meincke zitiert Titel deutschsprachiger Feuilletons, um ihr Gegenüber zu ihrer Position zu führen, die diesen so ganz und gar nicht entspricht. Sie befasst sich mit der Philosophie der Biologie und findet: So eindeutig, wie das uralte Thema des freien Willens im Lichte neuerer naturwissenschaftlicher Forschung gern dargestellt wird, ist es nicht.

Die gebürtige Deutsche denkt in dem vom Wissenschaftsfonds FWF geförderten Projekt „Biologisches Handlungsvermögen und Natürliche Freiheit“ unter anderem darüber nach, wie Organismen aller Art, auch Menschen, zu verstehen sind – und räumt dabei mit manchen in der Philosophie lang konservierten Sichtweisen auf. Diese sah Organismen lang als Dinge oder Substanzen, deren Standardzustand der Stillstand ist. Durch die neuesten Erkenntnisse der Systembiologie ändert sich dieser Zugang nun. „Organismen sind lebendige Wesen, die mit ihrer Umwelt in ständiger Wechselwirkung stehen und sich dadurch verändern“, erklärt Meincke, die seit September 2019 an der Uni Wien forscht.