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Am Herd

Vielleicht ist zur Pandemie alles Notwendige gesagt

GERMANY-HEALTH-VIRUS-POLITICS
Christian Drosten(c) APA/AFP/HANNIBAL HANSCHKE
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Der Drosten-Podcast wird eingestellt und das ist beruhigend und ein bisschen traurig und ich möchte mich bedanken, weil er mich gut durch die Pandemie begleitet hat.

Erinnern wir uns kurz. März 2000. Da tappten wir völlig im Dunkeln, da war noch alles möglich, die ganz große Katastrophe oder doch nur eine kleine, jeder hatte etwas gehört, etwas gelesen, aber die Einordnung fiel uns schwer, sicherheitshalber legten wir dann doch noch eine Extraportion Nudeln in den Einkaufswagen, ein bisschen war es so wie jetzt. Und eigentlich würde ich mir auch jetzt jemanden wünschen wie Christian Drosten – einen international anerkannten Spezialisten, der mir regelmäßig sachlich und mit ruhiger Stimme erklärt, was gerade passiert und der die neuesten Erkenntnisse mit uns teilt. Wobei ich ja weiß: So jemanden kann es nicht geben. So ein Krieg, der ist tatsächlich noch komplexer als ein Virus.

Weshalb dieser Kriegs-Drosten, stelle ich mir vor, so oft „Da fehlt mir die Expertise“ sagen würde, dass vom Podcast bald nichts mehr übrig wäre. Denn das war ja immer eines von Drostens Markenzeichen: Dass er so bereitwillig zugab, wenn er sich nicht genug auskannte. Ich bin kein Modellierer, sagte er dann. Oder: Das muss die Politik klären. Oder einfach nur: Das kann ich jetzt noch nicht sagen. Da fehlen noch die Daten. Die Daten, die waren, auch das konnte man von ihm lernen, stets mit Vorsicht zu genießen. Eine „interessante Studie“ befand er, um dann zu erklären, wieso man diese oder jene Erkenntnis nicht verallgemeinern könne. Seither gehört der Begriff Studiendesign zu meinem aktiven Wortschatz.