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Frauentag

Immer mehr Frauen dringen in Männerdomäne Militär vor

APA/BUNDESHEER/DANIEL TRIPPOLT
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3000 Frauen beim österreichischen Bundesheer beschäftigt. Nur jede fünfte Frau ist Soldatin.

Das österreichische Bundesheer hat anlässlich des Frauentags aktuelle Zahlen über Frauen beim Militär publiziert. Demnach sind mittlerweile 3000 der insgesamt 22.000 Bediensteten weiblich, davon ist aber nur jede Fünfte Soldatin. Die meisten sind Zivilbedienstete. Die Zahl weiblicher Soldaten steigt dennoch jedes Jahr. Vor zehn Jahren waren es nur 300.

Von den aktuell 662 Soldatinnen befinden sich 607 in einem Dienstverhältnis, 55 im Ausbildungsdienst und 23 im Auslandseinsatz. Die meisten Frauen sind als Unteroffiziere tätig (292). Allein heuer musterten insgesamt 370 Unteroffiziere mit dem Dienstgrad Wachtmeister beim Bundesheer aus, davon 26 Frauen. Der derzeit höchste Rang bei weiblichen Offizieren ist der Dienstgrad "Brigadier", derer gibt es bei Bundesheer zwei. Die Dienststelle mit dem höchsten Frauenanteil beim Bundesheer ist das Bundessport- und Freizeitzentrum Südstadt mit 32 Heeressportlerinnen. Insgesamt liegt der Frauenanteil beim Österreichischen Bundesheer bei rund 13 Prozent (zivile Bedienstete und Soldatinnen).

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) sieht den gestiegenen Frauenanteil als Erfolg der speziellen Förderungsmaßnahmen im Bundesheer. "Frauen haben im Österreichischen Bundesheer dieselben Chancen wie Männer. Viele Soldatinnen und weibliche Zivilbedienstete haben bereits eindrucksvoll bewiesen, dass mit Fleiß, Leistung und Engagement viel erreicht werden kann. Mittlerweile stehen Frauen an der Spitze von Direktionen, Abteilungen und auch in Verbänden der Truppe. Beide Geschlechter werden gleichberechtigt behandelt und bekommen die gleiche Bezahlung. Wir sind zwar noch lange nicht am Ziel angelangt, dennoch befinden wir uns am richtigen Weg", so die Verteidigungsministerin.

Frauenförderungsplan für fünf Jahre

Für den Zeitraum vom 1. Jänner 2020 bis 31. Dezember 2025 wurde ein neuer Frauenförderungsplan für das Bundesministerium für Landesverteidigung erlassen. Dieser Frauenförderungsplan ist ein Instrument, um den schrittweisen Abbau von Ungleichbehandlungen von weiblichen Bediensteten zu unterstützen und der Unterrepräsentanz von weiblichen Zivilbediensteten sowie von Soldatinnen im Ressort zielorientiert und nachhaltig entgegenzuwirken. Bereits bestehende Maßnahmen wurden gefestigt und weitere Maßnahmenpakete wie die Steigerung des Frauenanteils werden weiter forciert.

So wurden Frauen bzw. Soldatinnen für die Ausbildung als Informationsoffizier angeworben. Durch ein Mentorinnen-Programm sollen Neueinsteigerinnen von einer als Mentorin ausgebildeten Soldatin in ihrer Ausbildung begleitet werden. Die Kinderbetreuungen in den Sommermonaten sind auf mehrere Standorte und Verbände ausgerollt und ausgebaut worden. Auch die Möglichkeit zur Teilzeitbeschäftigung ist gegeben. Damit wurde die Vereinbarkeit von Beruf und Familie stärker gewährleistet. Ein Referat für Frauenförderung, welches sich ausschließlich mit der Steigerung des Soldatinnen-Anteils beim Bundesheer beschäftigt, wurde im Ministerium eingerichtet.

(APA)