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Archäologie

Shackletons Schiff nach 107 Jahren in Antarktis gefunden

1915 - The ship Endurance frozen in by ice during the 1914 - 1916 expedition to the Antarctic led by Shackleton. Crew m
Die „Endurance“ auf einem Archivbild 1915(c) imago images/United Archives Int.
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Eine private Suchexpedition veröffentlichte am Mittwoch Aufnahmen des Wracks des legendären Forschungsschiffes „Endurance“.

Das Schiff macht seinem Namen alle Ehre: 107 Jahre lang hat die „Endurance“ (Englisch für „Ausdauer“) nach ihrem Untergang im Südpolarmeer überdauert. Jener Großsegler, mit dem der britische Forscher Sir Ernest Shackleton 1914 in See stach, um den antarktischen Kontinent zu durchqueren. Obwohl ihm das nicht gelang, erlangte er bleibenden Ruhm – durch die heldenhafte Rettung der gesamten Besetzung.

Neue Unterwasseraufnahmen zeigen das Wrack gespenstisch verwahrlost und von allerlei Tiefseegewächs überwuchert – man denkt an die Eröffnungsszenen aus James Camerons „Titanic“. Gedreht wurden die eindrucksvollen Bilder von einer Forschergruppe unter der Leitung des britischen Geografen John Shears. Anfang Februar machte sich sein internationales Team unter dem Banner „Endurance 22“ an Bord eines südafrikanischen Eisbrechers auf den Weg zum Südpol.

Als Orientierungshilfe diente ein Logbuch, in dem Frank Worsley, der damalige Kapitän der „Endurance“, geografische Koordinaten verzeichnete, bevor sein Schiff 1915 – also während des Ersten Weltkriegs – ins Packeis geriet und nach langer Drift auf den Grund des Weddellmeeres sank. Die Besatzung überlebte mithilfe von Rettungsbooten.

Roboter und Klimawandel als Suchhilfe

Die von der privaten Stiftung Falklands Maritime Heritage Trust initiierte Suche gestaltete sich als äußerst schwierig. Im Gespräch mit dem „Spiegel“ verglich die beteiligte Meereis-Spezialistin Stefanie Arndt das Wrack mit der sprichwörtlichen „Nadel im Heuhaufen“. Schon 2019 scheitere ein erster Ortungsversuch. Er konnte aber den Fahndungsbereich eingrenzen. Satellitenbilder, ein ferngesteuerter Tauchroboter und die vom Klimawandel erhöhte Durchlässigkeit des Eises beförderten nun die Entdeckung.

Vier Meilen südlich der letzten von Worsley notierten Position fanden die Forscher am Mittwoch auf 3008 Meter Tiefe den schlummernden Holzriesen. Laut Mensun Bound, Meeresarchäologe und Forschungsdirektor der Suchexpedition, ist dieser „hervorragend erhalten“. Geborgen soll er dennoch nicht werden: Ein völkerrechtlicher Vertrag von 1961, der die friedliche Nutzung der Antarktis regelt, schützt die „Endurance“ als eine historische Stätte. (and)

[SBCK3]