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Bundesheer

Ex-Minister Starlinger wird nach Kritik in Heeresreform eingebunden

Thomas Starlinger
Thomas StarlingerDie Presse, Clemens Fabry
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Verteidigungsministerin Klaudia Tanner will schnell Ergebnisse sehen. Der Adjutant des Bundespräsidenten Thomas Starlinger soll dabei nun mithelfen.

Der frühere Verteidigungsminister und Adjutant von Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Thomas Starlinger, wird in die Umsetzung der geplanten Reorganisation des Bundesheerführung eingebunden, nachdem er diese harsch kritisiert hatte. Angesichts der kritischen Lage in der Ukraine habe Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) Generalstabschef General Robert Brieger sowie seinen Stellvertreter Generalmajor Rudolf Striedinger beauftragt, die Reform zügig umzusetzen.

"Der Adjutant des Bundespräsidenten, Generalmajor Thomas Starlinger, wird im Steuerungsgremium aktiv mitarbeiten", hieß es in einer Stellungnahme am Mittwoch. "Das Bundesheer soll damit bestmöglich aufgestellt und für die Bedrohungen der Zukunft bereitgemacht werden. Die Truppe soll dadurch gestärkt und die Verwaltung verschlankt werden", begründet das Ressort die Reform, die eigentlich schon seit acht Monaten in der Praxis gelebt wird.

Kritisches E-Mail an das Verteidigungsministerium

Starlinger hatte in einer E-Mail an das Verteidigungsministerium kritisiert, dass bei der neuen Struktur die strategischen, operativen und taktischen Ebenen verschmolzen werden. Für eine solche militärische Struktur gebe es international keine Vorbilder. Durch die vielen verschiedenen Direktorate, die den drei Generaldirektionen unterstehen, "verkomplizieren" sich außerdem die Arbeitsbeziehungen, argumentiert Starlinger. Das sei ihm schon von anderen Kommandanten und "einigen Direktoren" bestätigt worden.

Aber auch andere Pläne "gefährden eine praktikable Einsatzführung im höchsten Ausmaß", schreibt Starlinger: etwa dass die Direktorate auf drei Standorte aufgeteilt werden, nämlich Wien, Graz und Salzburg. Dass das Ministerium offenbar auf Videokonferenzen setzt, "kann aufgrund der massiven Bedrohung von Kommunikationssystemen in einem militärischen Anlassfall als im höchsten Ausmaß 'unzuverlässig' beurteilt werden", kritisiert Starlinger.

Im Hintergrund heißt es, dass der Konflikt vor allem ein Match zwischen Starlinger und Striedinger sei, die beide auf die Position des Generalstabchefs spitzen, die im Juni 2022 frei wird. Der Posten ist noch nicht ausgeschrieben, es ist aber jetzt schon davon auszugehen, dass sich einige Offiziere bewerben werden. Dazu zählen dem Vernehmen nach Generalmajor Harald Vodosek, der Leiter der Direktion Beschaffung ist, Generalmajor Helmut Habermayer, der Mastermind der neuen Struktur ist, und der Kommandant der Militärakademie, Generalmajor Karl Pronhagl.

(APA)