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Quergeschrieben

Jetzt kommt die Rechnung für die schamlose Russen-Versteherei

Warum es höchste Zeit ist, große Teile der österreichischen Eliten aus Politik und Wirtschaft einer konsequenten Entputinisierung zu unterziehen.

Wer immer in der Vergangenheit die vollständige Privatisierung großer heimischer Konzerne wie etwa der OMV gefordert hat, wurde schnell darüber belehrt, dass dies verantwortungslos sei, weil damit die Versorgungssicherheit des Landes gefährdet sei.

Wie belastbar dieses Argument tatsächlich ist, zeigt sich in diesen Tagen gerade anhand der OMV sehr gut. Denn der teilverstaatlichte Konzern (die Republik hält 31,5 Prozent) hat Österreich konsequent durch seine an Russland orientierte Geschäftspolitik, die ihm in der Branche den Spitznamen „Gazprom West“ eingebracht hat, in eine energiepolitische Abhängigkeit von Moskau manövriert. Für eine Handvoll Männer hat sich das ökonomisch vermutlich nicht schlecht gerechnet. Geschehen ist das Ganze unter den Augen der Republik, die in allen relevanten Gremien maßgeblich vertreten ist.

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Humorlos könnte man sagen: Dass die OMV so konsequent Österreichs Versorgungssicherheit aufs Spiel gesetzt hat, ist der letzte von vielen Beweisen dafür, dass sich der Staat als Miteigentümer besser heute als morgen verabschieden sollte. Ein noch schlechterer Eigentümer ist nicht denkbar. Dass die OMV ihre Russland-Fixierung heuer rund zwei Milliarden Euro kosten wird – und damit den Steuerzahler als Miteigentümer etwa 600 Millionen –, wird nur ein Bruchteil der Gesamtkosten sein, die Österreich aufgrund seines besonderen Naheverhältnisses zum kriegführenden Russland wird schultern müssen.

Die schon immer etwas befremdliche buckelnde Russland-Versteherei von erheblichen Teilen der hiesigen wirtschaftlichen und politischen Eliten hat zwar über Jahrzehnte ermöglicht, alle möglichen Taschen prall zu füllen – fordert aber jetzt angesichts der besonders engen Verflechtungen zwischen der österreichischen und der russischen Volkswirtschaft einen besonders hohen Preis. Und den werden nicht jene zu entrichten haben, deren Taschen nun gefüllt sind, sondern letztlich die Bevölkerung. Und zwar in Form von Jobs, die verloren gehen werden, weil ein großer Markt wegfällt, Lieferanten nicht mehr liefern können und Rechnungen nicht mehr bezahlt werden können. Und natürlich auch in Form zusätzlicher Inflation und des Verzehrs der Sparguthaben.