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Gesundheitsdaten und die Zukunft der Medizin

(c) Getty Images/iStockphoto
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Save the date. Podiumsdiskussion anlässlich 125 Jahre Roche.

Herwig Ostermann
Herwig Ostermann(c) Rüdiger Ettl

Medizinische Entscheidungen fallen in der Regel auf Basis der Datenlage aus klinischen Studien. Gesundheitsdaten aus der Routineversorgung bleiben ungenutzt – obwohl sie in großer Menge vorliegen und aussagekräftig sind. Bereits im System vorhandene Informationen könnten Aufschluss über Wirksamkeit und Sicherheit von Diagnostik und Therapien liefern. Wie können im Interesse von Patient:innen Gesundheitsdaten verantwortungsvoll vernetzt und genutzt werden, um Gesundheitswesen und Forschung voranzubringen? Wie können wir den Weg aus der diskursiven Sackgasse „Datennutzung vs. Datenschutz“ finden?

Herwig Ostermann, ao. Universitätsprofessor und Geschäftsführer Gesundheit Österreich GmbH:

„Gesundheitsdaten sind der Schlüssel zur Medizin der Zukunft. Auch die Anamnese beginnt mit einer systematischen Erhebung von Daten. Die strukturierte Erfassung und Auswertung ermöglichen zusätzlich eine wissenschaftliche Untersuchung der Wirksamkeit von Interventionen. So kann eine Evidenzbasis für medizinische Entscheidungen und deren Qualitätssicherung entstehen. Heute haben wir viele Auswertungsoptionen zur Verfügung. Sie erlauben es, Wirksamkeitsketten im Detail nachzuvollziehen und größere Zusammenhänge wie gesellschaftliche und soziale Einflussfaktoren zu erkennen. Gesundheitsdaten sind ein Fenster in die ‚echte‘ Welt.“

Gerald Bachinger
Gerald Bachinger(c) Florian Schulte

Gerald Bachinger, Sprecher der österreichischen Patientenanwälte:

„Neben der Klärung rechtlicher und technischer Voraussetzungen müssen wir auf die Bevölkerung hören. Seit Corona ist ein Wertewandel beobachtbar, die Einstellung zu digitalen Tools und der Vernetzung von Gesundheitsdaten hat sich gewandelt. In repräsentativen Umfragen zeigen sich hohe Zustimmungswerte zur Verknüpfung von Gesundheitsdaten. Hier gibt es Werte von 84% im Durchschnitt und 88% bei den über 60-Jährigen. Das ist ein Auftrag, rasch und umfassend vorzugehen. Wir brauchen keine gesetzlichen Änderungen, sondern mutige Politiker:innen, die den Willen der Bevölkerung umsetzen.“

Tanja Stamm
Tanja Stamm(c) Felicitas Matern

Tanja Stamm, Universitätsprofessorin und Head of Section for Outcomes Research MedUni Wien:

„Wir brauchen vernetzte Gesundheitsdaten, um Patient:innen maßgeschneidert versorgen zu können. Ein wichtiger Punkt ist die personalisierte Medizin: Nur über den Vergleich von Diagnose- und Therapiedaten lassen sich Rückschlüsse über die optimalen Behandlungspfade ziehen. Wir brauchen aber nicht nur klinische Daten, sondern wir müssen die Behandlungserfolge auch aus Patient:innen-Sicht messen. Wie geht es den Patient:innen in Österreich im Vergleich zu jenen in anderen Ländern? Die Patient:innen müssen außerdem mitbestimmen können, wer zu welchen Zwecken ihre Daten nutzen darf.“

Peter Klimek
Peter Klimek(c) feel image - Fotografie

Peter Klimek, ao. Universitätsprofessor und Faculty Member Complexity Science Hub MedUni Wien:

„Durch Verknüpfung von Daten zu Medikamentenverschreibungen mit Spitalsaufenthalten, wie sie etwa in den Sozialversicherungen und den Spitalsträgern bereits vorliegen, lassen sich Therapien auf personalisierte Risikoprofile maßschneidern. Basierend auf den bereits beobachteten Gesundheitsproblemen können so Kombinationen von Medikamenten ausgewählt werden, die das Risiko für zukünftige Komplikationen und Folgeerkrankungen deutlich reduzieren und den Bedürfnissen einzelner Patient:innen anpassen.“

Information

Zum Thema „Gesundheitsdaten und die Zukunft der Medizin“ diskutiert am 5. April 2022 um 17 Uhr ein hochkarätig besetztes Podium im Rahmen des von Roche organisierten #LifeTalk.

Die Anmeldung über den folgenden Link ist bis 18. März 2022 möglich: kurier-events.at


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