Das Königreich rechnet offenbar damit, dass sich die internationale Kritik an den Hinrichtungen derzeit in Grenzen hält. Denn Saudiarabien spielt eine wichtige Rolle auf dem Öl- und Gasmarkt.
Kairo. Es war die größte Zahl an staatlichen Exekutionen an einem Tag in der Geschichte Saudiarabiens. Nach Angaben des saudischen Innenministeriums wurden am Samstag 81 Menschen im Königreich hingerichtet, mehr als im gesamten Jahr zuvor.
Die genauen Umstände der Prozesse, Urteile und Hinrichtungen sind unklar. Die Gruppe der Exekutierten beinhaltet neben saudischen Staatsbürgern sieben Jemeniten und einen Syrer, heißt es in der amtlichen Nachrichtenagentur SPA. Die Anklagen reichten von einer Mitgliedschaft in einer Terrororganisation, wie dem sogenannten Islamischen Staat oder al-Qaida über Aktivitäten der jemenitischen Houthi-Rebellen, die in Saudiarabien als Terrororganisation gelistet sind, bis hin zu Verbrechen wie Vergewaltigung, Mord, Waffenschmuggel oder Kidnapping. Dazu gab es Verurteilungen wegen „fehlgeleiteter Ideen“.