Saudiarabien/Emirate

Johnson buhlt um Öl bei den gnadenlosen Herrschern am Golf

Der britische Premier Johnson kurz vor einer Pressekonferenz im Emirates Palace Hotel in Abu Dhabi.
Der britische Premier Johnson kurz vor einer Pressekonferenz im Emirates Palace Hotel in Abu Dhabi.APA/AFP/POOL/STEFAN ROUSSEAU
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Kurz nach einer Massenexekution bittet der britische Premier den saudischen Kronprinzen um eine höhere Ölförderung.

Noch bevor er gelandet war, musste sich Boris Johnson am Mittwoch für seinen Besuch in Saudiarabien rechtfertigen. Natürlich stehe er zu „unseren Prinzipien“, sagte der britische Premier dem Fernsehsender Sky News bei einem Zwischenstopp in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Und natürlich werde er Menschenrechtsfragen in Riad ansprechen. Doch Saudiarabien sei nun einmal ein wichtiger Partner, und zwar nicht nur für die Ölversorgung: Das Königreich investiere im nordenglischen Teesside eine Milliarde Pfund in die Herstellung von klimafreundlichem Flugzeugtreibstoff, sagte Johnson. Die Kritik an seiner Visite wenige Tage nach einer Massenhinrichtung in Saudiarabien dürfte jedoch nicht verstummen.
Johnson will den saudischen Kronprinzen, Mohammed bin Salman, bitten, mehr Öl auf den Weltmarkt zu bringen, damit der Preisauftrieb wegen des Ukraine-Krieges gebremst wird. Deshalb besuchte er auch die VAE, ein weiteres wichtiges Mitglied der Organisation erdölexportierender Länder (Opec). Saudis und Emiratis lehnen es bisher ab, mehr Öl zu fördern.

Und sie halten sich mit Kritik an Russland zurück, denn sie arbeiten mit Moskau in der Gruppe Opec plus bei der Steuerung der weltweiten Fördermengen eng zusammen. Russland hat kein Interesse an sinkenden Preisen und kann sich bis auf Weiteres darauf verlassen, dass die Partner am Golf mitspielen.


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